Getreide nach der Ernte richtig lagern: Säcke, Big Bags und Feuchtemessung
Nach der Ernte soll Getreide seine Qualität möglichst lange behalten. Für kleinere Vorräte oder getrennte Partien bieten sich Getreidesäcke und Big Bags an. Welche Lösung passt, hängt von der Menge, dem Lagerplatz und der späteren Entnahme ab.
Entscheidend bleibt der Zustand des Ernteguts: Auch ein stabiler Behälter kann ungeeignete Lagerbedingungen nicht ausgleichen. Dieser Ratgeber behandelt die Lagerung von trockenem, nicht speziell konserviertem Getreide.
- Vor dem Abfüllen: Ist das Getreide lagerfähig?
- Getreidesack oder Big Bag: Was passt zu meinem Vorrat?
- Getreidesäcke für kleinere Mengen und getrennte Partien
- Big Bags für größere Mengen
- Den Lagerplatz vorbereiten
- Getreide während der Lagerung regelmäßig kontrollieren
- Getreidefeuchte prüfen: So wird die Lagerentscheidung fundierter
Vor dem Abfüllen: Ist das Getreide lagerfähig?
Getreide sollte vor der Einlagerung gereinigt und auf Feuchtigkeit, Temperatur sowie Auffälligkeiten geprüft werden. Spreu, Staub und andere Verunreinigungen erschweren eine gleichmäßige Lagerung. Muss das Erntegut getrocknet oder gekühlt werden, sind diese Schritte bei der Lagerplanung zu berücksichtigen.
Ob eine Partie ausreichend trocken ist, hängt unter anderem von der Kultur und der vorgesehenen Lagerdauer ab. Ein einzelner Messwert von der Oberfläche reicht zur Beurteilung größerer Mengen nicht aus.
Achtung: Luftdurchlässiges Sackgewebe ersetzt keine kontrollierte Getreidetrocknung. Feuchtes Erntegut wird durch das bloße Abfüllen in Säcke oder Big Bags nicht automatisch lagerfähig.
Getreidesack oder Big Bag: Was passt zu meinem Vorrat?
Planen Sie neben dem Befüllen auch die spätere Entnahme. Wer regelmäßig kleine Mengen benötigt, hat andere Anforderungen als ein Betrieb, der ganze Partien maschinell bewegt.
| Auswahlkriterium | Getreidesäcke | Big Bags |
|---|---|---|
| Aufteilung | Viele kleinere Einheiten | Größere Mengen je Behälter |
| Trennung von Partien | Kleine Teilmengen lassen sich einzeln kennzeichnen | Größere Partien lassen sich zusammenhalten |
| Entnahme | Sackweise oder in kleinen Portionen | Je nach Ausführung über die obere Öffnung oder einen Auslauf |
| Handhabung | Füllgewicht auf Arbeitsablauf und Hilfsmittel abstimmen | Geeignete Hebe- und Transporttechnik erforderlich |
| Auswahl | Größe, Gewebe und Verschluss berücksichtigen | Zusätzlich Tragkraft, Schlaufen sowie Einfüll- und Auslauföffnung prüfen |
Getreidesäcke für kleinere Mengen und getrennte Partien
Getreidesäcke eignen sich zum Portionieren und getrennten Aufbewahren von Vorräten. Unterschiedliche Kulturen, Ernten oder Verwendungszwecke können dadurch übersichtlich organisiert werden.
Die Siepmann-Getreidesäcke bestehen aus PP-Bändchengewebe mit Kopfsaum. Angeboten werden Größen für 25, 50 und 100 kg. Wählen Sie die Größe passend zum vorgesehenen Füllgewicht und zur verfügbaren Transporthilfe.
Befüllen Sie die Säcke so, dass sie sich noch ordentlich verschließen lassen. Eine Kennzeichnung mit Kultur, Erntejahr und Partie erleichtert die Zuordnung.
Warum sind die Säcke luft- und wasserdurchlässig?
Das offene PP-Bändchengewebe ermöglicht einen Luftaustausch mit der Umgebung. Durch die Zwischenräume im Gewebe kann allerdings auch flüssiges Wasser gelangen. Bei diesen Säcken hängen Luft- und Wasserdurchlässigkeit daher unmittelbar mit der Gewebestruktur zusammen, die für die luftige Lagerung des Getreides entscheidend ist.
Die Wasserdurchlässigkeit ist somit kein Qualitätsmangel. Sie bedeutet jedoch, dass die Säcke keinen Regenschutz bieten. Lagern Sie das abgefüllte Getreide deshalb trocken und geschützt vor Spritzwasser und Bodenfeuchtigkeit.
Wichtig: Luftdurchlässigkeit allein garantiert keine ausreichende Belüftung des gesamten Inhalts. Füllmenge, Aufstellung und Lagerbedingungen beeinflussen den Luftaustausch. Das Getreide muss bereits vor dem Abfüllen für die geplante Lagerung geeignet sein.
Das robuste Gewebe der Getreidesäcke und Big Bags
Big Bags für größere Mengen
Big Bags bündeln größere Mengen in einem Behälter. Für die Auswahl sind insbesondere Tragkraft, Abmessungen und die Art der Befüllung und Entleerung wichtig.
Tragkraft und Fassungsvermögen sind unterschiedliche Angaben: Eine Tragkraft von 1.000 kg beschreibt die zulässige Belastung. Wie viel Getreide tatsächlich hineinpasst, hängt außerdem vom nutzbaren Volumen und der Schüttdichte der jeweiligen Kultur ab.
Auch die Öffnungen beeinflussen den Arbeitsablauf:
- Oben offen: gut zugänglich zum Befüllen; der Inhalt benötigt einen entsprechend geschützten Lagerplatz.
- Mit Schürze: die obere Öffnung lässt sich zusammennehmen und verschließen.
- Mit Auslauf: für eine gezielte Entleerung über die vorgesehene Öffnung.
- Mit geschlossenem Boden: Entleerung entsprechend der Bauart und mit geeigneter Technik planen.
Big Bags sicher aufstellen und bewegen
Prüfen Sie vor dem Befüllen Gewebe, Nähte und Tragschlaufen. Beschädigte Behälter dürfen nicht einfach weiter belastet werden.
Beachten Sie beim Umgang:
- Angegebene Tragkraft einhalten.
- Geeignete Hebemittel und die vorgesehenen Tragschlaufen verwenden.
- Big Bags nicht über den Boden ziehen.
- Auf einer ebenen, tragfähigen Fläche standsicher abstellen.
- Nur stapeln, wenn die konkrete Ausführung dafür vorgesehen ist; Herstellervorgaben beachten.
- Vor Feuchtigkeit und unnötiger UV-Belastung schützen.
Den Lagerplatz vorbereiten
Der Lagerplatz muss sauber, trocken und vor Witterung sowie Verunreinigungen geschützt sein. Prüfen Sie insbesondere, ob Wasser durch das Dach, durch Öffnungen oder über die Stellfläche eindringen kann. Getreide darf außerdem nicht durch unerwünschte Stoffe aus der Umgebung beeinträchtigt werden.
Planen Sie die Aufstellung so, dass einzelne Partien erreichbar und kontrollierbar bleiben. Eine übersichtliche Anordnung erleichtert es, beschädigte Verpackungen oder auffällige Bereiche frühzeitig zu erkennen.
Säcke und Big Bags sind allein kein ausreichender Schutz gegen Tiere. Zum Lagerkonzept gehören deshalb auch Maßnahmen gegen das Eindringen von Nagern, Vögeln und Vorratsschädlingen. Die Bedeutung von Feuchteschutz, hygienischen Lagerflächen und dokumentierten Kontrollen erläutert das Merkblatt von LGL und LfL zur Getreideaußenlagerung.
Getreide während der Lagerung regelmäßig kontrollieren
Nach dem Einlagern sollte die Partie weiter beobachtet werden. Achten Sie auf Käfer, Fraßspuren und Veränderungen der Temperatur. Vorratsschädlinge können sich innerhalb der Ware entwickeln und bleiben bei einer oberflächlichen Kontrolle zunächst unentdeckt.
Eine zunehmende Erwärmung kann ein Warnsignal sein. Temperatur- und Feuchtekontrollen helfen, Veränderungen früh zu erkennen. Geeignete Monitoringfallen können die Schädlingskontrolle ergänzen. Weitere Hinweise bietet die Landwirtschaftskammer NRW zur Kontrolle von Getreidelagern.
Notieren Sie Kontrolldatum, betroffene Partie und Auffälligkeiten. Bei verdächtiger Ware sollte die Ursache geklärt werden, bevor sie mit anderen Beständen vermischt oder verwendet wird.
Checkliste vor der Einlagerung
- Das Getreide wurde gereinigt und auf Lagerfähigkeit geprüft.
- Erforderliche Trocknung und Kühlung sind berücksichtigt.
- Säcke beziehungsweise Big Bags passen zu Menge und Arbeitsablauf.
- Verpackungen, Nähte und Schlaufen sind unbeschädigt.
- Der Lagerplatz ist trocken, sauber und geschützt.
- Die Behälter stehen sicher und bleiben für Kontrollen erreichbar.
- Die Partien sind eindeutig gekennzeichnet.
- Regelmäßige Kontrollen sind organisiert.
Getreidefeuchte prüfen: So wird die Lagerentscheidung fundierter
Die Feuchtemessung gehört bereits vor dem Abfüllen zur Beurteilung des Ernteguts. Während der Lagerung ergänzt sie die Kontrolle von Temperatur und Warenzustand.
Wie Sie repräsentative Proben nehmen, Messfehler vermeiden und die Ergebnisse einordnen, erfahren Sie in unserem weiterführenden Ratgeber.
