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Weidezaun selber bauen: Planung, Aufbau und Kontrolle

weidezaun funktion

Aufbauskizze eines Elektrozauns

Ein zuverlässiger Elektrozaun entsteht aus dem Zusammenspiel aller Komponenten. Weidezaungerät, Leitermaterial, Pfähle, Isolatoren, Verbindungen und Erdung müssen zur Zaunlänge, zum Gelände und zu den gehaltenen Tieren passen.

Wer einen neuen Weidezaun aufbauen möchte, sollte deshalb zunächst die Anforderungen an die Zaunanlage klären. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welches Gerät, welches Leitermaterial und welche weiteren Komponenten benötigt werden.

Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie ein elektrischer Weidezaun geplant, aufgebaut und anschließend kontrolliert wird.

 

Weidezaun richtig planen

Bevor die ersten Pfähle gesetzt werden, sollte der Verlauf des Zauns möglichst genau feststehen. Neben der reinen Zaunlänge spielen dabei Tierart, Gelände, Bewuchs, Stromversorgung und die spätere Nutzung der Fläche eine Rolle.

Welche Tiere sollen eingezäunt werden?

Die Tierart beeinflusst unter anderem die erforderliche Zaunhöhe, die Anzahl und Position der Leiter sowie die Anforderungen an Sichtbarkeit und Hütesicherheit.

Pferde stellen beispielsweise andere Anforderungen an einen Zaun als Rinder, Schafe oder Geflügel. Auch Jungtiere können einen anderen Zaunaufbau erforderlich machen.

Die konkreten Empfehlungen zu Zaunhöhe und Leiteranordnung finden Sie deshalb in unseren Ratgebern zu den einzelnen Tierarten.

 

nach tierart

Festzaun oder mobiler Weidezaun?

Auch die Nutzungsdauer beeinflusst die Materialauswahl.

Festzäune sind für eine längerfristige Einzäunung vorgesehen. Robuste Pfähle und besonders gut leitende Materialien können hier sinnvoll sein. Mobile Weidezäune werden regelmäßig auf-, ab- oder umgesetzt. Dafür eignen sich leichte Pfähle und flexible Leitermaterialien wie Litzen, Seile oder Bänder. Für Portionsweiden oder häufig wechselnde Flächen kann wiederum ein leicht versetzbarer Innenzaun sinnvoll sein, während die äußere Begrenzung dauerhaft bestehen bleibt.

 

Zaunlänge und Gelände berücksichtigen

Für die Auswahl des Weidezaungerätes ist nicht nur die Länge der eingezäunten Fläche entscheidend. Auch die gesamte Länge der stromführenden Leiter muss berücksichtigt werden. Besteht ein 500 Meter langer Zaun beispielsweise aus mehreren stromführenden Leitern, muss das Gerät entsprechend mehr Leitermaterial versorgen.

Zusätzlich können schwieriges Gelände, viele Ecken, Tore, Verbindungen und starker Bewuchs die Anforderungen an die Zaunanlage erhöhen.

 

Stromversorgung festlegen

stromversorgungen

Je nach Standort stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:

  • 230-Volt-Netzgeräte eignen sich besonders, wenn in der Nähe des Zauns dauerhaft ein Stromanschluss vorhanden ist.
  • 12-Volt-Akkugeräte ermöglichen den Betrieb auch auf Flächen ohne Netzanschluss.
  • Solarlösungen können die Stromversorgung eines Akkugerätes unterstützen und eignen sich besonders für abgelegene Weideflächen.

Die Leistung des Gerätes sollte nicht allein anhand einer angegebenen maximalen Zaunlänge ausgewählt werden. Zaunaufbau, Leitermaterial, Bewuchs und Bodenverhältnisse beeinflussen die tatsächlich am Zaun verfügbare Spannung.

 

Tore und Zufahrten direkt einplanen

Tore sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Besonders häufig genutzte Durchfahrten müssen so angelegt werden, dass der elektrische Kontakt der Zaunanlage auch bei geöffnetem Tor zuverlässig erhalten bleibt.Je nach Aufbau kann dazu ein geeignetes Hochspannungskabel unter dem Tor beziehungsweise der Durchfahrt verlegt werden.

Auch Ecken und Richtungswechsel sollten früh feststehen. Dort entstehen hohe Zugkräfte, weshalb diese Stellen besonders stabil aufgebaut werden müssen.

 

Weidetore10

Bewuchs nicht unterschätzen

Gräser, Äste und andere Pflanzen, die stromführende Leiter berühren, können Energie gegen Erde ableiten. Mit zunehmendem Bewuchs kann dadurch die Spannung am Zaun sinken.

Besonders bei längeren Zaunanlagen oder Flächen mit starkem Pflanzenwachstum sollte der Bewuchs deshalb bereits bei der Planung berücksichtigt und später regelmäßig kontrolliert werden.

 

Kurz-Check vor dem Aufbau

Kurz-Check vor dem Aufbau
✓ Welche Tiere werden eingezäunt?
✓ Wie lang ist die Zaunanlage und wie viele Leiter werden benötigt?
✓ Wird ein Festzaun oder ein mobiler Weidezaun benötigt?
✓ Wie stark ist mit Bewuchs zu rechnen?
✓ Steht ein 230-V-Anschluss zur Verfügung oder wird Akku/Solar benötigt?
✓ Wo befinden sich Tore und Durchfahrten?
✓ Gibt es Steigungen, starke Ecken oder schwierige Bodenverhältnisse?
✓ Wo kann das Erdungssystem sinnvoll installiert werden?

So funktioniert ein elektrischer Weidezaun

Bauteil Aufgabe im Elektrozaun
Weidezaungerät Erzeugt die elektrischen Impulse. Die benötigte Leistung hängt unter anderem von Tierart, Zaunlänge, Leitermaterial, Bewuchs und Bodenverhältnissen ab.
Leitermaterial Litze, Seil, Band oder Draht leiten die Impulse entlang des Zauns. Gute Leitfähigkeit reduziert Verluste über längere Strecken. Für Verbindungen sollten geeignete Verbinder statt einfacher Knoten verwendet werden.
Pfähle & Isolatoren Pfähle sorgen für die mechanische Stabilität. Isolatoren verhindern, dass Strom ungewollt über leitende Pfähle oder andere Bauteile in den Boden abgeleitet wird.
Erdung Führt den Impuls aus dem Boden zurück zum Weidezaungerät. Eine unzureichende Erdung kann die Wirkung der gesamten Zaunanlage deutlich verringern.
Gesamtsystem Gerät, Leitermaterial, Verbindungen, Isolatoren und Erdung müssen zusammenpassen. Entscheidend ist die tatsächlich am Zaun anliegende Spannung, die regelmäßig mit einem geeigneten Zaunprüfer kontrolliert werden sollte.

Das passende Weidezaungerät auswählen

Das Weidezaungerät ist die Energiequelle des Elektrozauns. Welches Gerät geeignet ist, hängt jedoch nicht allein von der Länge des Zauns ab. Auch Anzahl und Leitfähigkeit der Leiter, Bewuchs, Bodenverhältnisse und die zu hütende Tierart beeinflussen die Anforderungen.

Netzgerät, Akkugerät oder Solar?

Ein Elektrozaun bildet im Normalzustand einen offenen Stromkreis. Das Weidezaungerät gibt in kurzen Abständen elektrische Impulse an die angeschlossenen Leiter des Zauns ab.

Berührt ein Tier einen stromführenden Leiter und steht gleichzeitig auf dem Boden, wird der Stromkreis kurzzeitig geschlossen. Der Impuls fließt vom Leiter über das Tier und den Boden zum Erdungssystem und von dort zurück zum Weidezaungerät. Das Tier nimmt den kurzen elektrischen Impuls wahr und lernt, Abstand zum Zaun zu halten.

Damit dieses Prinzip zuverlässig funktioniert, sind mehrere Komponenten erforderlich.

 

Nicht nur auf die maximale Zaunlänge schauen

Hersteller geben für Weidezaungeräte häufig verschiedene Zaunlängen an. Diese Werte dienen zur Orientierung, lassen sich jedoch nicht eins zu eins auf jede Zaunanlage übertragen.

Ein kurzer Zaun mit starkem Bewuchs und schlecht leitendem Material kann ein Gerät stärker belasten als eine längere, sauber aufgebaute Anlage mit hochwertigem Leitermaterial.

Für die Auswahl sollten daher insbesondere berücksichtigt werden:

  • Länge der gesamten stromführenden Leiter
  • Leitfähigkeit des verwendeten Materials
  • zu erwartender Bewuchs
  • Bodenverhältnisse
  • Tierart und erforderliche Hütesicherheit
  • mögliche Erweiterungen der Zaunanlage

Siepmanns Tipp: Das Weidezaungerät sollte nicht zu knapp dimensioniert werden. Gerade bei saisonal zunehmendem Bewuchs oder einer späteren Erweiterung der Zaunanlage sind Leistungsreserven sinnvoll.

 

Pfähle setzen und Zaunverlauf aufbauen

Steht der Verlauf des Zauns fest, beginnt der eigentliche Aufbau. Dabei sollten zunächst die mechanisch besonders belasteten Stellen gesetzt werden.

Mit Ecken und Endpunkten beginnen

Pfahl braun

Eck-, End- und Torpfähle müssen deutlich höhere Zugkräfte aufnehmen als normale Streckenpfähle. Sie sollten deshalb besonders stabil ausgeführt und sicher im Boden verankert werden.

Bei langen geraden Strecken oder größeren Richtungsänderungen können zusätzliche Verstärkungen sinnvoll sein.

Erst wenn Ecken, Endpunkte und Tore feststehen, werden die dazwischenliegenden Streckenpfähle gesetzt.

 

Pfahlabstände an Gelände und Material anpassen

Der passende Abstand zwischen den Pfählen hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • verwendetes Leitermaterial
  • Anzahl der Leiter
  • Geländeform
  • Windbelastung
  • gewünschte Zaunhöhe
  • dauerhafter oder mobiler Einsatz

In Kurven, Senken, Kuppen und an stark belasteten Stellen sind meist geringere Abstände erforderlich als auf ebenen, geraden Strecken.

 

Auf gleichmäßigen Zaunverlauf achten

Die Pfähle sollten so gesetzt werden, dass die Leiter später möglichst gleichmäßig gespannt werden können. Zu große Abstände oder instabile Pfähle führen dazu, dass Leitermaterial durchhängt und der Zaun an Stabilität verliert.

Besonders bei breiten Weidezaunbändern spielt zusätzlich die Windbelastung eine Rolle.

 

Leitermaterial montieren und richtig verbinden

Ist der Zaunverlauf aufgebaut, werden die stromführenden Leiter montiert. Je nach Zaunart kommen Litzen, Seile, Bänder oder Drähte zum Einsatz.

Welches Material geeignet ist, hängt unter anderem von der Länge der Zaunanlage, der gewünschten Sichtbarkeit, der mechanischen Belastung und davon ab, ob der Zaun dauerhaft stehen bleibt oder regelmäßig versetzt wird.

 

Auf gute Leitfähigkeit achten

Die Leitfähigkeit des Materials bestimmt mit, wie viel Spannung über längere Strecken verloren geht. Besonders bei langen Zaunanlagen sollte deshalb auf einen möglichst niedrigen elektrischen Widerstand geachtet werden.

Der Widerstand wird bei Leitermaterialien üblicherweise in Ohm pro Meter (Ohm/m) angegeben:

Je niedriger der Wert, desto besser leitet das Material den Strom.

Für kurze mobile Zäune können andere Materialien ausreichend sein als für lange Außen- oder Festzäune.

 

Leitermaterial passend zum Einsatz wählen

Leitermaterial Eigenschaften Geeignet für
Weidezaunlitze Leicht, flexibel und einfach zu handhaben. Vor allem mobile und regelmäßig versetzte Zaunanlagen.
Weidezaunseil Gut sichtbar und mechanisch stabil. Je nach Ausführung für mobile und längerfristige Zaunanlagen.
Weidezaunband Durch die größere Breite besonders gut sichtbar. Höhere Windangriffsfläche beachten. Besonders für gut sichtbare Zäune, beispielsweise bei Pferden.
Weidezaun-Draht Sehr gute Leitfähigkeit und für dauerhafte Installationen geeignet. Vor allem Festzäune und langfristig aufgebaute Zaunanlagen.

Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie in unserem Ratgeber „Weidezaunlitze, Seil, Band oder Draht – welches Leitermaterial passt?“

Verbindungen nicht einfach verknoten

Müssen Leiter verlängert oder miteinander verbunden werden, sollten dafür passende Schraub- oder Klemmverbinder verwendet werden.

Einfache Knoten können den elektrischen Kontakt zwischen den einzelnen Leiterdrähten verschlechtern. Dadurch entstehen zusätzliche Widerstände und die Zaunspannung kann sinken.

Das gilt auch für die Verbindung verschiedener Zaunreihen miteinander. Eine elektrisch saubere Verbindung sorgt dafür, dass der Impuls möglichst verlustarm durch die gesamte Anlage weitergeleitet wird.

 

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Erdung richtig aufbauen

Eine gute Erdung ist für die Funktion eines Elektrozauns genauso wichtig wie das Weidezaungerät selbst.

Berührt ein Tier den Zaun, fließt der elektrische Impuls über das Tier und den Boden zu den Erdungsstäben und anschließend zurück zum Gerät. Ist dieser Rückweg unzureichend, kann die Wirkung des Zauns deutlich nachlassen.

 

Entscheidend Darauf achten
Standort Möglichst feuchter, gut leitender Boden; sehr trockene, sandige oder steinige Standorte vermeiden.
Erdungsstäbe Anzahl und Ausführung passend zum Weidezaungerät und zu den Bodenverhältnissen wählen.
Abstand Bei mehreren Erdungsstäben ausreichend Abstand einhalten; als Orientierung etwa 3 m.
Verbindungen Feste, korrosionsarme Verbindungen und geeignetes Erdungskabel verwenden.
Kontrolle Erdung nach dem Aufbau und während des Betriebs regelmäßig überprüfen.
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Typische Fehler bei der Erdung

  • zu wenige Erdungsstäbe
  • Erdungsstäbe an dauerhaft trockenem Standort
  • zu geringe Abstände zwischen mehreren Erdungsstäben
  • lockere oder korrodierte Verbindungen
  • ungeeignetes Verbindungsmaterial
  • Erdung nach dem Aufbau nie kontrolliert

Wichtig: Ein starkes Weidezaungerät kann eine schlechte Erdung nicht ausgleichen. Bei ungewöhnlich niedriger Zaunspannung sollte deshalb neben Bewuchs und Verbindungen immer auch das Erdungssystem überprüft werden.

 

Tore und Durchfahrten richtig anschließen

Tore und Zufahrten unterbrechen den normalen Verlauf eines Elektrozauns und sollten deshalb bereits beim Aufbau elektrisch mitgedacht werden. Wichtig ist, dass die Zaunanlage hinter dem Tor weiterhin mit Strom versorgt wird – auch wenn das Tor geöffnet ist.

 

 

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Strom unter dem Tor weiterführen

Eine zuverlässige Lösung ist ein für Elektrozaunanlagen geeignetes, hochspannungsfest isoliertes Erdkabel. Es wird unter der Toröffnung beziehungsweise Durchfahrt verlegt und verbindet die Zaunabschnitte auf beiden Seiten miteinander.

So bleibt der weitere Zaun mit dem Weidezaungerät verbunden, unabhängig davon, ob das Tor gerade geöffnet oder geschlossen ist.

Das Kabel sollte ausreichend geschützt verlegt werden, damit es beispielsweise durch Fahrzeuge, Tierhufe oder Arbeiten im Torbereich nicht beschädigt wird.

Passende Torlösung wählen

Je nach Nutzung und Tierart stehen unterschiedliche Torsysteme zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise:

  • Torgriffe mit Litze, Seil oder Band
  • elastische Torsysteme
  • aufrollbare Torsysteme
  • mehrreihige Elektrozauntore
  • feste Weidetore in Kombination mit dem Elektrozaun

Bei häufig genutzten Durchfahrten sollte die Lösung nicht nur elektrisch zuverlässig, sondern auch möglichst einfach zu öffnen und zu schließen sein.

 

Stabile Torpfosten einplanen

Torpfosten gehören zu den mechanisch stärker belasteten Punkten einer Zaunanlage. Besonders bei gespannten Litzen, Seilen oder Bändern wirken Zugkräfte auf die Pfosten.

Sie sollten deshalb stabil gesetzt und bei Bedarf zusätzlich abgestützt werden.

Bei breiten Zufahrten sollte außerdem bereits bei der Planung berücksichtigt werden, welche Fahrzeuge später passieren müssen. Eine ausreichend breite und gut zugängliche Durchfahrt erleichtert die tägliche Nutzung erheblich.

Siepmanns Tipp: Führen Sie die elektrische Verbindung unter häufig genutzten Toren grundsätzlich separat weiter. So bleibt der restliche Zaun auch dann unter Spannung, wenn das Tor längere Zeit geöffnet ist.

Weidezaungerät anschließen

Sind Zaunverlauf, Leitermaterial, Erdung und Tore fertig aufgebaut, kann das Weidezaungerät angeschlossen werden.

Dabei werden grundsätzlich zwei Verbindungen hergestellt:

  • der Zaunanschluss des Gerätes wird mit dem stromführenden Leitermaterial verbunden
  • der Erdungsanschluss wird mit dem Erdungssystem verbunden

Für beide Verbindungen sollten geeignete Anschlusskabel und Klemmen verwendet werden. Provisorische Verbindungen können zusätzliche Widerstände verursachen und die Leistung der Zaunanlage beeinträchtigen.

Solar Weidegeräte

Zaunreihen elektrisch miteinander verbinden

Besteht der Zaun aus mehreren stromführenden Leitern, müssen diese zuverlässig miteinander verbunden werden. So kann der elektrische Impuls alle Leiter erreichen. Dafür eignen sich spezielle Zaunverbindungskabel oder dafür vorgesehene Verbinder. Die Verbindung sollte möglichst kurz, fest und korrosionsgeschützt ausgeführt sein.

Anschlussleitungen vor Beschädigungen schützen

Kabel zwischen Weidezaungerät, Zaun und Erdung sollten so verlegt werden, dass sie nicht durch Tiere, Fahrzeuge oder Arbeitsgeräte beschädigt werden können. Werden Leitungen im Boden oder durch Gebäudeöffnungen geführt, sollten geeignete hochspannungsfeste Anschluss- beziehungsweise Erdkabel verwendet werden.

Herstellerangaben beachten

Zaunspannung messen und Anlage kontrollieren

Nach dem Aufbau sollte geprüft werden, ob die elektrische Leistung tatsächlich am Zaun ankommt. Eine reine Sichtkontrolle reicht dafür nicht aus. Mit einem geeigneten Zaunprüfer oder Digitalvoltmeter lässt sich die Spannung direkt am Zaun messen.

Nicht nur direkt am Gerät messen

Für eine aussagekräftige Kontrolle sollte die Spannung an mehreren Punkten der Zaunanlage geprüft werden.

Besonders sinnvoll sind Messungen:

  • in der Nähe des Weidezaungerätes
  • am Ende langer Zaunstrecken
  • hinter Toren und Verbindungsstellen
  • in Bereichen mit stärkerem Bewuchs
  • an Stellen, an denen bereits Probleme vermutet werden

Fällt die Spannung entlang des Zauns deutlich ab, lässt sich der Fehler dadurch räumlich eingrenzen.

Zaunprüfer erdspieß

Typische Ursachen für Spannungsverluste

Eine zu niedrige Spannung kann verschiedene Ursachen haben:

  • starker Bewuchs am Leitermaterial
  • beschädigte oder schlecht leitende Verbindungen
  • gebrochene Leiterdrähte
  • defekte Isolatoren
  • Kontakt mit Metallteilen oder dem Boden
  • unzureichende Erdung
  • ungeeignetes oder schlecht leitendes Leitermaterial
  • zu geringe Geräteleistung für die tatsächliche Zaunbelastung

Deshalb sollte bei Problemen nicht automatisch das Weidezaungerät als Ursache angenommen werden.

Zaun regelmäßig kontrollieren

Auch eine korrekt aufgebaute Zaunanlage verändert sich im Laufe der Zeit. Vegetation wächst, Verbindungen können sich lockern und Leitermaterial kann beschädigt werden.

Eine regelmäßige Kontrolle sollte deshalb insbesondere umfassen:

  • Zaunspannung messen
  • Bewuchs entfernen
  • Leiter auf Beschädigungen prüfen
  • Isolatoren kontrollieren
  • Verbindungen und Klemmen prüfen
  • Erdung kontrollieren
  • Tore und Durchfahrten überprüfen

 

Typische Fehler vermeiden

Vermeiden Empfohlen
Weidezaungerät zu knapp gewählt Die Spannung kann bei langen Zäunen oder starkem Bewuchs zu stark abfallen. Gerät mit ausreichender Leistungsreserve wählen.
Leitermaterial verknotet Kontakt mit Boden oder Bewuchs kann Strom ableiten. Leitermaterial gleichmäßig spannen und Pfahlabstände anpassen.
Eck- oder Torpfähle zu schwach Pfähle können sich neigen und der Zaun verliert Stabilität. Belastete Stellen besonders stabil setzen und gegebenenfalls abstützen.
Defekte oder ungeeignete Isolatoren Strom kann über Pfähle oder andere Bauteile gegen Erde abfließen. Passende Isolatoren verwenden und regelmäßig prüfen.
Starker Bewuchs am Zaun Gras und Äste können die Zaunspannung reduzieren. Bewuchs entlang der stromführenden Leiter regelmäßig kontrollieren.
Unzureichende Erdung Der Stromkreis funktioniert nur eingeschränkt. Erdung passend zu Gerät und Bodenbedingungen auslegen und überprüfen.
Tor nicht elektrisch überbrückt Hinter dem geöffneten Tor kann der Zaun ohne Spannung sein. Beide Seiten mit einem geeigneten hochspannungsfesten Erdkabel verbinden.
Nur direkt am Gerät gemessen Spannungsverluste weiter hinten im Zaun bleiben unentdeckt. An mehreren Punkten der Anlage messen.
Zaun nicht regelmäßig kontrolliert Bewuchs, Beschädigungen und lockere Kontakte fallen zu spät auf. Zaunspannung und Zustand regelmäßig prüfen.

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FAQs

Häufige Fragen

Eine pauschale Mindestspannung für jeden Weidezaun gibt es nicht. Die erforderliche Hütespannung hängt unter anderem von Tierart, Zaunaufbau und Einsatzzweck ab. Für schwer zu hütende Tiere wie Schafe empfiehlt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft beispielsweise 4.000 Volt am Zaun. Entscheidend ist dabei die tatsächlich unter Praxisbedingungen gemessene Spannung, auch am Ende der Zaunanlage. Für den Herdenschutz können zusätzliche Anforderungen gelten.
Die Ursache liegt nicht zwangsläufig am Gerät. Häufige Gründe sind starker Bewuchs, schlechte oder korrodierte Verbindungen, beschädigte Isolatoren, ungeeignetes Leitermaterial oder eine unzureichende Erdung. Deshalb sollte die Spannung an mehreren Stellen des Zauns gemessen und die Anlage schrittweise kontrolliert werden.
Die Zaunspannung sollte regelmäßig und insbesondere nach dem Aufbau, nach Veränderungen am Zaun sowie bei Verdacht auf eine Störung kontrolliert werden. Bei besonders hohen Anforderungen an die Hütesicherheit kann eine tägliche Kontrolle erforderlich beziehungsweise sinnvoll sein; für wolfsabweisende Elektrozäune empfiehlt die LfL beispielsweise eine tägliche Funktions- und Spannungskontrolle.
Das lässt sich nicht pauschal festlegen. Die benötigte Anzahl hängt vom Weidezaungerät, der Bodenleitfähigkeit und den örtlichen Bedingungen ab. Bei trockenen oder sandigen Böden kann eine umfangreichere Erdung erforderlich sein. Werden mehrere Erdungsstäbe eingesetzt, empfiehlt die Landwirtschaftskammer NRW als Orientierung etwa 3 Meter Abstand zwischen den Stäben. Maßgeblich sind zusätzlich die Herstellerangaben des Weidezaungerätes.
Davon ist abzuraten. Einfache Knoten können den elektrischen Kontakt zwischen den Leitern verschlechtern und zusätzliche Widerstände verursachen. Für Verlängerungen und Verbindungen sollten deshalb geeignete Schraub- oder Klemmverbinder verwendet werden.
Die Zaunabschnitte auf beiden Seiten der Durchfahrt können mit einem hochspannungsfesten Erdkabel verbunden werden, das geschützt unter dem Tor verlegt wird. Dadurch bleibt der nachfolgende Zaun elektrisch versorgt, auch wenn das Tor geöffnet ist.
Berühren Gras, Äste oder andere Pflanzen die stromführenden Leiter, kann elektrische Energie gegen Erde abgeleitet werden. Dadurch sinkt die Spannung am Zaun. Besonders während der Vegetationsperiode sollte der Zaun deshalb regelmäßig auf Bewuchs kontrolliert und bei Bedarf freigehalten werden. Die Landwirtschaftskammer NRW weist ebenfalls darauf hin, dass das Freihalten elektrischer Zäune von Bewuchs für deren Funktion wichtig ist.
Quellen & weiterführende Informationen

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Sichere Weidezäune, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 2023.
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Fachinformationen zu Weidezäunen und Herdenschutz.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Fachinformationen zum präventiven Herdenschutz und zur Elektrozauntechnik.
DKE / DIN / VDE: DIN EN IEC 60335-2-76 (VDE 0700-76):2023-02 – Besondere Anforderungen für Elektrozaungeräte.
Ergänzend wurden technische Herstellerinformationen zu Komponenten und Montage berücksichtigt.