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Hühnerauslauf bepflanzen

Von der dauerhaft grünen Wiese bis zu den robustesten Sträuchern für ein erfülltes Hühnerleben

Ein grüner Hühnerauslauf bietet Ihren Tieren nicht nur frisches Futter und abwechslungsreiche Beschäftigung, sondern trägt auch zu einer besseren Hygiene und einem gesunden Stallklima bei. Doch viele Hühnerhalter kennen das Problem: Schon nach kurzer Zeit verwandelt sich die Wiese durch Scharren, Picken und häufiges Betreten in eine kahle, matschige Fläche.

Mit der richtigen Planung lässt sich das vermeiden. Eine geeignete Saatgutmischung, robuste Gräser und Kräuter sowie passende Sträucher und Bäume sorgen für einen widerstandsfähigen und abwechslungsreichen Auslauf. Gleichzeitig bieten sie den Hühnern Schatten, Schutz und natürliche Rückzugsmöglichkeiten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie eine Hühnerwiese richtig anlegen, welche Pflanzen sich für den Auslauf eignen und mit welchen Pflegemaßnahmen Sie Ihren Hühnerauslauf dauerhaft grün und attraktiv halten.

Warum ein begrünter Auslauf sinnvoll ist

Ein begrünter Hühnerauslauf bietet weit mehr als nur eine ansprechende Optik. Gräser, Kräuter und andere Pflanzen schaffen eine natürliche Umgebung, in der Hühner ihrem arttypischen Verhalten nachgehen können. Sie scharren, picken nach Samen und Insekten oder suchen zwischen den Pflanzen nach Futter. Das sorgt für Beschäftigung und kann Langeweile sowie unerwünschtes Verhalten innerhalb der Herde reduzieren.

Auch für den Boden bringt eine geschlossene Vegetationsdecke zahlreiche Vorteile. Die Wurzeln festigen den Untergrund, verbessern die Wasseraufnahme und helfen dabei, Matschbildung nach Regenfällen zu verringern. Gleichzeitig wird die Staubentwicklung in trockenen Sommermonaten reduziert, was sowohl den Tieren als auch dem Stallumfeld zugutekommt.

Darüber hinaus tragen Sträucher und Bäume zu einem tiergerechten Auslauf bei. Sie spenden Schatten an heißen Tagen, bieten Schutz vor Wind und dienen den Hühnern als natürliche Rückzugsorte. Insbesondere rangniedrige Tiere profitieren von zusätzlichen Versteckmöglichkeiten, wodurch Stress innerhalb der Gruppe verringert werden kann.

Ein gepflegter, begrünter Auslauf fördert somit nicht nur das Wohlbefinden der Hühner, sondern erleichtert auch die Pflege der Fläche. Mit einer passenden Bepflanzung und regelmäßigen Nachsaat bleibt der Auslauf länger belastbar und attraktiv.

Tipp

Ein abwechslungsreich gestalteter Auslauf mit robusten Gräsern, Kräutern, Sträuchern und einzelnen Bäumen schafft ideale Bedingungen für eine artgerechte Hühnerhaltung und unterstützt gleichzeitig die Regeneration der Vegetation.

Die richtige Saatgutmischung für den Hühnerauslauf

Nicht jede Saatgutmischung ist für einen Hühnerauslauf gleichermaßen geeignet. Durch das Scharren, Picken und regelmäßige Betreten wird die Vegetation stark beansprucht. Herkömmliche Zierrasenmischungen sind diesen Belastungen meist nicht gewachsen und bilden schnell kahle Stellen. Für einen dauerhaft begrünten Auslauf eignen sich daher robuste Saatgutmischungen, die speziell für Weideflächen oder Kleintiergehege entwickelt wurden.

Welche Mischung die richtige ist, hängt vor allem von der Nutzung der Fläche ab. Soll ein neuer Auslauf angelegt werden, empfiehlt sich eine belastbare Gräsermischung als Grundlage. Für naturnahe Ausläufe können Mischungen mit Kräutern und Klee die Pflanzenvielfalt erhöhen und den Hühnern zusätzliche Beschäftigung bieten. Entstehen im Laufe der Zeit kahle Stellen, lassen sich diese durch eine gezielte Nachsaat wieder schließen. Auch spezielle Grünfuttermischungen oder Saatgut für Kleintierwiesen können eine sinnvolle Ergänzung sein, da sie auf die Bedürfnisse kleiner Nutztiere abgestimmt sind.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Saatgutmischungen vor und zeigen, für welchen Einsatzzweck sie sich besonders eignen.

SaatgutmischungGeeignet fürBesonderheiten
Hühnerwiese Grünfuttermischung Kleinere Ausläufe mit Futterpflanzen und Beschäftigung Enthält Gräser, Kräuter und Leguminosen für eine abwechslungsreiche Begrünung.
Kleintier-Wiese Kleine Hühnerausläufe und Gehege Robuste Mischung für Kleintiere mit vielseitigem Bewuchs.
Weidemischung Große und stark beanspruchte Ausläufe Belastbare Gräser mit guter Regenerationsfähigkeit.
Wild- oder Kräuterwiese Naturnahe Hühnerausläufe Fördert die Artenvielfalt und bietet zusätzliche Beschäftigung, lockt Inseken an
Nachsaatmischung Regeneration kahler Stellen Schließt Lücken im Bewuchs und verlängert die Nutzungsdauer der Fläche.

Unsere Empfehlungen für Ihren Auslauf

Hühnerwiese richtig anlegen

Eine sorgfältige Vorbereitung ist die Grundlage für eine dauerhaft grüne und widerstandsfähige Hühnerwiese. Damit das Saatgut gleichmäßig keimt und sich die Pflanzen gut entwickeln können, sollte der Boden zunächst von Unkraut, Steinen und Pflanzenresten befreit werden. Anschließend wird die Fläche gelockert und eingeebnet, sodass ein feinkrümeliges Saatbett entsteht.

Die Aussaat erfolgt idealerweise im Frühjahr oder Spätsommer, wenn der Boden ausreichend feucht und die Temperaturen für die Keimung günstig sind. Das Saatgut wird möglichst gleichmäßig ausgebracht und anschließend leicht eingearbeitet oder angewalzt, damit ein guter Bodenschluss entsteht. Während der Keimphase sollte die Fläche regelmäßig feucht gehalten werden.

Damit sich die junge Vegetation ungestört entwickeln kann, sollte der Auslauf nach der Aussaat für einige Wochen gesperrt bleiben. Erst wenn die Gräser und Kräuter ausreichend angewachsen sind, können die Hühner die Fläche wieder nutzen. So erhöht sich die Chance auf einen dichten Bewuchs, der den Belastungen im Hühnerauslauf langfristig besser standhält.

Schritt für Schritt zur Hühner-Traumwiese

  • Boden von Unkraut, Steinen und Pflanzenresten befreien.
  • Boden lockern und zu einem feinkrümeligen Saatbett vorbereiten.
  • Saatgut gleichmäßig ausbringen.
  • Saatgut leicht einarbeiten oder anwalzen.
  • Fläche bis zur Keimung regelmäßig feucht halten.
  • Den Auslauf erst wieder öffnen, wenn der Bewuchs ausreichend angewachsen ist.

Tipp

Große Hühnerausläufe in mehrere Bereiche unterteilen. Während ein Abschnitt genutzt wird, kann sich ein anderer durch Nachsaat und eine Ruhezeit regenerieren. Ein Wechselweidesystem schont die Grasnarbe, fördert einen dichten Bewuchs und hilft dabei, kahle sowie matschige Stellen dauerhaft zu vermeiden.

Kräuter, Sträucher und Bäume für den Auslauf

Neben einer geeigneten Saatgutmischung können verschiedene Pflanzen den Hühnerauslauf zusätzlich bereichern. Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume schaffen eine abwechslungsreiche Umgebung, bieten den Hühnern natürliche Beschäftigung und verbessern gleichzeitig das Mikroklima. Viele Pflanzen dienen als Schattenspender oder Rückzugsort und können dazu beitragen, dass sich die Tiere auch bei hohen Temperaturen oder in rangniedrigen Gruppen wohler fühlen.

Bei der Auswahl der Bepflanzung sollten ausschließlich robuste und für Hühner unbedenkliche Arten verwendet werden. Da Hühner gerne an Blättern, Blüten und jungen Trieben picken, müssen die Pflanzen einer gewissen Belastung standhalten oder ausreichend geschützt anwachsen können. Gleichzeitig ist darauf zu achten, keine giftigen Pflanzen im Auslauf zu verwenden.

Im Folgenden stellen wir Ihnen geeignete Kräuter, Sträucher und Bäume vor, die sich für die Gestaltung eines Hühnerauslaufs besonders bewährt haben.

In unserem Fachmarkt in Herdecke finden Sie außerdem ein großes Sortiment von Saatgut und unsere Fachberater vor Ort können Ihnen genaz das Richtige für Ihre Tiere empfehlen.

Geeignete Kräuter und Stauden

Kräuter und blühende Stauden bringen Abwechslung in den Hühnerauslauf und bieten den Tieren zusätzliche Beschäftigung. Viele Arten werden gerne angepickt und können den Speiseplan sinnvoll ergänzen. Gleichzeitig ziehen blühende Pflanzen Insekten an, die den Hühnern als natürliche Eiweißquelle dienen.

Besonders gut geeignet sind robuste und mehrjährige Kräuter wie Thymian, Oregano, Salbei oder Zitronenmelisse. Auch Gänseblümchen, Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe und Weißklee sind eine Bereicherung für den Auslauf. Da viele Kräuter empfindlich auf starken Tritt reagieren, empfiehlt es sich, sie in geschützten Bereichen oder erhöhten Beeten anzupflanzen.

Geeignete Sträucher und Büsche

Sträucher sind eine wertvolle Ergänzung für jeden Hühnerauslauf. Sie spenden Schatten, bieten Schutz vor Greifvögeln und schaffen natürliche Rückzugsorte. Gerade rangniedrige Tiere profitieren von den zusätzlichen Versteckmöglichkeiten, wodurch Stress innerhalb der Herde reduziert werden kann.

Gut geeignet sind beispielsweise Haselnuss, Johannisbeeren, Aronia oder Weiden. Auch Holunder kann als Schattenspender dienen, wobei die Beeren erst im reifen Zustand verfüttert werden sollten. Bei jungen Sträuchern empfiehlt sich ein Schutz vor den Hühnern, bis die Pflanzen ausreichend angewachsen sind.

Geeignete Bäume

Bäume sorgen an warmen Sommertagen für angenehmen Schatten und verbessern das Mikroklima im Hühnerauslauf. Gleichzeitig bieten sie Schutz und dienen den Hühnern als Orientierungspunkt im Gelände. Besonders Obstbäume wie Apfel, Birne oder Pflaume eignen sich gut, da heruntergefallenes Obst – in Maßen und unverdorben – von den Tieren gerne aufgenommen wird.

Auch Weiden oder Linden sind beliebte Schattenspender und zeichnen sich durch ihr kräftiges Wachstum aus. Damit sich die Bäume gut entwickeln können, sollten junge Stämme in den ersten Jahren durch einen Stammschutz oder ein kleines Schutzgitter vor Beschädigungen bewahrt werden.

Achtung

Nicht alle Pflanzen sind für Hühner geeignet. Einige Garten- und Zierpflanzen enthalten giftige Inhaltsstoffe und können bei Aufnahme gesundheitliche Schäden verursachen. Achten Sie deshalb darauf, im Hühnerauslauf ausschließlich unbedenkliche Pflanzen zu verwenden und stark giftige Arten konsequent zu vermeiden.

Häufige Giftpflanzen im Garten, die nicht in den Hühnerauslauf gehören

PflanzeProblematische PflanzenteileEmpfehlung für den Hühnerauslauf
Eibe Nadeln, Samen und Rinde Konsequent aus dem Auslauf fernhalten.
Goldregen Alle Pflanzenteile, besonders Samen und Schoten Nicht im zugänglichen Auslauf pflanzen.
Oleander Alle Pflanzenteile, auch vertrocknete Blätter Vollständig unzugänglich aufstellen.
Fingerhut Alle Pflanzenteile Auch wild aufgegangene Pflanzen entfernen.
Eisenhut Alle Pflanzenteile, besonders die Wurzel Nicht innerhalb oder direkt neben dem Auslauf verwenden.
Rhododendron und Azalee Blätter, Blüten und weitere Pflanzenteile Vom erreichbaren Auslauf abtrennen.
Kirschlorbeer Vor allem Blätter und Samen Nicht als Hecke unmittelbar im Auslauf einsetzen.
Efeu Blätter und Beeren Nicht als frei zugängliche Begrünung verwenden.
Buchsbaum Alle Pflanzenteile Nicht in für Hühner erreichbaren Bereichen pflanzen.
Herbstzeitlose Alle Pflanzenteile, besonders Samen und Blüten Auf Wiesenflächen erkennen und vollständig entfernen.
Maiglöckchen Alle Pflanzenteile, besonders Blüten und Beeren Nicht im zugänglichen Auslauf ansiedeln.
Seidelbast Alle Pflanzenteile, besonders Beeren und Rinde Konsequent aus dem Auslauf fernhalten.

Skizze einer festen Wechselweide

Skizze einer festen Wechselweide

So bleibt der Hühnerauslauf dauerhaft grün

Auch die beste Saatgutmischung kann sich nur dann langfristig entwickeln, wenn der Auslauf regelmäßig gepflegt wird. Durch das Scharren, Picken und häufige Betreten wird die Vegetation kontinuierlich beansprucht. Ohne geeignete Pflegemaßnahmen entstehen schnell kahle Stellen, die sich bei feuchter Witterung in matschige Bereiche verwandeln können.

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Belastung der Fläche deutlich reduzieren. Dazu gehören eine angepasste Besatzdichte, regelmäßige Nachsaaten sowie ausreichend Ruhezeiten für stark beanspruchte Bereiche. Auch Schattenplätze und eine gute Wasserversorgung tragen dazu bei, dass die Vegetation widerstandsfähig bleibt und sich schneller regenerieren kann.

Die effektivste Begrünungsmethode bleibt wohl aber die Wechselweide, die man mit unterschiedlichen Mitteln umsetzen kann.

Die Wechselweide

Eine der wirksamsten Maßnahmen für einen dauerhaft grünen Hühnerauslauf ist die Kombination aus Wechselweiden und regelmäßiger Nachsaat. Wird die gesamte Fläche dauerhaft von den Hühnern genutzt, haben Gräser und Kräuter kaum Gelegenheit, sich zu regenerieren. Durch das Scharren und Picken entstehen mit der Zeit kahle Stellen, die sich bei feuchter Witterung schnell in matschige Bereiche verwandeln können.

Lässt sich der Auslauf in mehrere Bereiche unterteilen, kann jeweils ein Abschnitt zeitweise gesperrt werden. Während die Hühner den übrigen Auslauf nutzen, hat die Vegetation ausreichend Zeit, sich zu erholen. Kahlen oder lückigen Stellen können in dieser Ruhephase gezielt mit einer geeigneten Nachsaatmischung ergänzt werden. So schließen sich Lücken schneller und der Bewuchs bleibt dauerhaft dicht und belastbar.

Auch kleinere Ausläufe profitieren von regelmäßigen Nachsaaten. Werden beschädigte Bereiche frühzeitig nachgesät und während der Keimphase vor dem Betreten geschützt, kann sich die Grasnarbe deutlich besser regenerieren. Dadurch bleibt der Auslauf länger grün und widerstandsfähig.

Tipp

Bereits zwei abwechselnd genutzte Auslaufbereiche können ausreichen, um die Vegetation spürbar zu entlasten. In Kombination mit einer regelmäßigen Nachsaat verlängert sich die Nutzungsdauer der Hühnerwiese deutlich und kahle Stellen lassen sich wirksam vermeiden.

Besatzdichte an die Auslauffläche anpassen

Selbst die robusteste Saatgutmischung kann sich nur dann dauerhaft halten, wenn die Auslauffläche nicht übermäßig beansprucht wird. Leben zu viele Hühner auf engem Raum, werden Gräser und Kräuter ständig abgefressen oder durch das Scharren beschädigt. Die Folge sind kahle Stellen, Staub im Sommer und Matsch bei Regen.

Je größer der Auslauf im Verhältnis zur Hühneranzahl ist, desto besser kann sich die Vegetation regenerieren. Reicht der Platz nicht aus, helfen Wechselweiden, regelmäßige Nachsaaten sowie zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten dabei, den Druck auf einzelne Bereiche zu verringern.

Insbesondere rund um den Stall, an Futterstellen und Tränken wird der Boden am stärksten beansprucht. Diese Bereiche sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf durch Nachsaat, einen Standortwechsel oder geeignete Bodenbeläge entlastet werden.

Anzahl HühnerEmpfohlene AuslaufflächeHinweis
4 Hühner 20–40 m² Gut begrünbar.
6 Hühner 30–60 m² Ausreichend Platz für Regeneration.
8 Hühner 40–80 m² Ideal in Kombination mit Wechselweiden.
10 Hühner 50–100 m² Vegetation bleibt bei guter Pflege länger erhalten.
15 Hühner 75–150 m² Großzügige Flächen erleichtern die Pflege deutlich.

Achtung

Auch ein großer Hühnerauslauf sollte nicht nur aus einer offenen Wiese bestehen. Bäume, Sträucher, Hecken, Sandbäder und weitere Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen Struktur, fördern das natürliche Verhalten der Hühner und sorgen dafür, dass die gesamte Fläche gleichmäßiger genutzt wird. Dadurch bleibt der Bewuchs länger erhalten.