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Getreidefeuchte messen: Richtig prüfen vor Ernte, Trocknung und Lagerung

Der Feuchtegehalt von Getreide ist eine wichtige Größe bei Ernte, Trocknung und Lagerung. Zu feuchtes Erntegut kann während der Lagerung an Qualität verlieren, während unnötiges Nachtrocknen zusätzliche Energie und Kosten verursacht.

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Mit einem Getreidefeuchtemesser lässt sich die Kornfeuchte direkt am Betrieb innerhalb kurzer Zeit kontrollieren. Entscheidend für ein aussagekräftiges Ergebnis ist jedoch nicht nur das Messgerät selbst. Ebenso wichtig sind eine repräsentative Probe, die richtige Einstellung des Geräts und mehrere Vergleichsmessungen.

Eine Feuchtemessung liefert damit eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Drusch, Trocknung und Einlagerung.

 

Warum ist die Getreidefeuchte so wichtig?

Der Wassergehalt beeinflusst, wie sich Getreide nach der Ernte behandeln und lagern lässt.

Eine Feuchtemessung hilft beispielsweise bei der Entscheidung:

  • Ist der Bestand für den Drusch geeignet?
  • Muss das geerntete Getreide noch getrocknet werden?
  • Wie entwickelt sich die Partie während der Trocknung?
  • Ist das Getreide für die geplante Lagerung ausreichend trocken?
  • Gibt es innerhalb einer Partie Bereiche mit unterschiedlicher Feuchtigkeit?

Dabei gibt es nicht den einen Feuchtewert, der für jede Kultur und jede Lagersituation gleichermaßen gilt. Kulturart, Lagerdauer, Temperatur, Lagertechnik und die Anforderungen des Abnehmers müssen gemeinsam betrachtet werden.

Ein Feuchtemessgerät unterstützt deshalb die Beurteilung – ersetzt aber nicht die Betrachtung der gesamten Lagerbedingungen.

 

Welche Getreidefeuchte ist für die Lagerung geeignet?

Für die Lagerfähigkeit zählen neben der Kornfeuchte auch Temperatur, Lagerdauer und Zustand des Ernteguts. Als Orientierung für eine mehrmonatige Lagerung:

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Kultur Orientierungswert
Weizen höchstens 14 %
Roggen höchstens 14 %
Gerste höchstens 14 %
Hafer höchstens 12 %

Die Angaben beziehen sich auf die im DLG-Merkblatt 425, Abschnitt 2.3 beschriebene Lagerstabilität auch bei sommerlichen Temperaturen. Sie ersetzen keine Beurteilung der konkreten Lagerbedingungen. Reinigung, Kühlung und regelmäßige Kontrollen bleiben erforderlich.

Wichtig: Annahmebedingungen eines Abnehmers sind von Empfehlungen zur Lagerung zu unterscheiden. Klären Sie vor der Lieferung, welche Feuchtewerte für Ihre Ware vereinbart sind.

 

Wann sollte die Getreidefeuchte gemessen werden?

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Wann messen? Wobei hilft es?
Vor bzw. während des Druschs Feuchte des Ernteguts einschätzen
Bei der Anlieferung unterschiedliche Partien beurteilen
Vor der Trocknung Ausgangsfeuchte bestimmen
Während der Trocknung Fortschritt kontrollieren
Nach der Trocknung erreichten Feuchtegehalt überprüfen
Vor der Einlagerung Lagerentscheidung unterstützen
Während der Lagerung Veränderungen oder Auffälligkeiten erkennen

Die richtige Probe ist entscheidend

Ein Getreidefeuchtemesser kann immer nur die Probe beurteilen, die tatsächlich gemessen wird.

Eine Getreidepartie ist jedoch nicht zwangsläufig überall gleich feucht. Unterschiede können beispielsweise entstehen durch:

  • verschiedene Feldbereiche
  • unterschiedliche Erntezeitpunkte
  • ungleichmäßige Trocknung
  • verschiedene Bereiche eines Anhängers oder Lagers
  • Unterschiede bei Belüftung oder Temperatur

Eine Probe von der Oberfläche eines Anhängers muss deshalb nicht zwangsläufig die gesamte Ladung repräsentieren.

 

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Mehrere Teilproben nehmen

Aussagekräftiger ist es, Proben aus unterschiedlichen Bereichen zu entnehmen und mehrere Messungen miteinander zu vergleichen. Bei größeren Partien können beispielsweise Teilproben aus verschiedenen Bereichen des Materialstroms, Anhängers oder Lagers sinnvoll sein.

Siepmanns Tipp: Eine repräsentative Probe ist häufig wichtiger als die letzte Nachkommastelle des Messwertes. Mehrere korrekt entnommene Proben geben ein wesentlich besseres Bild einer Partie als eine einzelne Messung.

 

Wie funktioniert ein Getreidefeuchtemesser?

Mobile Getreidefeuchtemesser arbeiten mit einer kleinen Probe des Ernteguts.

Je nach Gerät wird die Probe in eine Messzelle gefüllt, anschließend verdichtet oder in einer definierten Position gemessen. Das Gerät bestimmt anhand der elektrischen Eigenschaften der Probe den Feuchtegehalt.

Da unterschiedliche Getreidearten unterschiedliche Eigenschaften besitzen, arbeiten solche Geräte mit produktspezifischen Kalibrierungen.

 

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Der grundsätzliche Ablauf ist meist ähnlich:

1. Repräsentative Probe entnehmen

Die Probe sollte möglichst typisch für die gesamte Partie sein.

2. Messgerät vorbereiten

Messzelle sauber halten und erforderliche Einstellungen prüfen.

3. Passende Kultur auswählen

Die hinterlegte Produktkurve muss zum untersuchten Erntegut passen.

4. Probe entsprechend der Geräteanleitung einfüllen

Menge und Verdichtung müssen dem vorgesehenen Messverfahren entsprechen.

5. Messung durchführen und Wert dokumentieren

6. Messung mit weiteren Teilproben wiederholen

 

Für welche Situationen eignet sich ein mobiler Getreidefeuchtemesser?

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Situation Nutzen
Druschbeginn beurteilen schnelle Feuchtekontrolle direkt während der Ernte
Getreide vom Feld prüfen mobile Messung ohne stationäre Anlage
Trocknung überwachen Entwicklung der Feuchte verfolgen
Einlagerung vorbereiten Feuchte der Partie vor der Lagerung beurteilen
Unterschiedliche Partien vergleichen mehrere Einzelmessungen durchführen
Kontrollen im laufenden Betrieb Veränderungen frühzeitig erkennen

Warum mehrere Messungen sinnvoll sind

Ein einzelner Messwert beschreibt zunächst nur die untersuchte Probe.

Bei einer größeren Getreidepartie können jedoch unterschiedliche Feuchtebereiche vorkommen. Deshalb ist es sinnvoll, mehrere Messungen aus unterschiedlichen Bereichen durchzuführen.

Weichen die Ergebnisse nur gering voneinander ab, spricht das für eine vergleichsweise gleichmäßige Partie.

Sind die Unterschiede dagegen deutlich, sollte geprüft werden, woher sie kommen. Mögliche Ursachen können beispielsweise eine ungleichmäßige Trocknung, unterschiedliche Erntebedingungen oder eine heterogene Ausgangspartie sein.

 

Getreidefeuchte gemessen – wie geht es weiter?

Prüfen Sie zunächst, ob die Messung unter den vorgesehenen Bedingungen durchgeführt wurde. Vergleichen Sie anschließend mehrere Teilproben und ordnen Sie die Ergebnisse dem geplanten Verwendungszweck zu.

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Messergebnis Nächster Schritt
Ein Wert erscheint unplausibel Produktprogramm, Befüllung und Messzelle prüfen; mit einer neuen Probe erneut messen.
Teilproben unterscheiden sich deutlich Weitere Proben aus den betroffenen Bereichen untersuchen und die Ursache der Unterschiede klären.
Werte liegen nahe am vorgesehenen Zielwert Ergebnis durch zusätzliche Messungen absichern.
Werte überschreiten den Zielwert Trocknungsbedarf und weiteres Vorgehen vor der Einlagerung beziehungsweise Lieferung klären.

Was kann das Messergebnis beeinflussen?

Nicht jede Abweichung bedeutet automatisch, dass das Messgerät ungenau arbeitet. Auch die Probe und die Durchführung spielen eine wichtige Rolle.

Nicht repräsentative Probe

Die untersuchten Körner bilden die Gesamtpartie nicht ausreichend ab.

Falsches Produktprogramm

Die hinterlegte Kalibrierung passt nicht zur untersuchten Kultur.

Falsche Probenmenge

Bei Geräten mit definierter Messzelle kann eine falsche Befüllung die Messbedingungen verändern.

Probe nicht korrekt verdichtet

Wenn das Messverfahren eine definierte Verdichtung vorsieht, sollte diese genau nach Geräteanleitung erfolgen.

Verschmutzte Messzelle

Kornreste, Staub oder andere Rückstände können einen reproduzierbaren Messablauf erschweren.

Stark unterschiedliche Teilpartien

Unterschiedliche Messwerte können auch tatsächlich unterschiedliche Feuchtegehalte innerhalb der Partie anzeigen.

Temperatur von Probe und Messgerät

Temperaturunterschiede zwischen Probe und Messgerät können das Ergebnis beeinflussen. Beachten Sie deshalb die Temperaturvorgaben und Hinweise zur Probenvorbereitung in der Geräteanleitung – besonders bei Proben aus der Trocknung.

Der PFEUFFER HE 50 verfügt über eine automatische Temperaturkorrektur. Auch damit müssen die vorgesehenen Messbedingungen eingehalten werden.

Messwerte regelmäßig vergleichen

Vergleichen Sie jährlich einige Proben mit den Ergebnissen eines geeichten Geräts. Wiederkehrende Abweichungen sollten Anlass sein, Messablauf und Gerät überprüfen zu lassen.

 

Getreidefeuchte mobil prüfen: PFEUFFER HE 50

Der PFEUFFER HE 50 ermöglicht eine schnelle Feuchtekontrolle während der Ernte, Trocknung und Lagerung. Für die Messung werden 11 ml der Probe in die Messzelle gefüllt. Anschließend wird die Zelle mithilfe der Ratsche bis zum Anschlag zusammengeschraubt und auf das Gerät gesetzt. Nach Auswahl des passenden Produktprogramms lässt sich die Messung starten.

Das Gerät berücksichtigt die Temperatur automatisch. Entscheidend ist, dass die hinterlegte Kalibrierung zum untersuchten Erntegut passt. Prüfen Sie daher vor dem Einsatz, ob Ihre Kultur mit dem vorhandenen Produktprogramm gemessen werden kann.

 

 

Heu und Stroh direkt im Ballen messen

Für gepresstes Heu und Stroh wird kein klassischer Getreidefeuchtemesser verwendet, sondern ein Messgerät mit Lanze. Die Sonde wird direkt in den Ballen eingeführt und misst dort Feuchtigkeit und Temperatur im Material.

Bei Siepmann bieten wir dafür den Agreto HFM II mit 50 cm nutzbarer Edelstahl-Lanze an. Die 50-cm-Ausführung ist als vielseitige Standardgröße für Rund-, Quader- und Großballen gedacht. Während die Sonde in den Ballen eingeführt wird, zeigt das Gerät fortlaufend Feuchtewerte an. Für eine aussagekräftigere Beurteilung sollten mehrere Stellen innerhalb eines Ballens beziehungsweise mehrere Ballen einer Partie gemessen werden.

Neben der Feuchtigkeit kann der HFM II auch die Temperatur im Ballen bestimmen. Das ist bei der Lagerkontrolle besonders hilfreich, weil Feuchte und Erwärmung gemeinsam Hinweise auf problematische Bereiche geben können. Für die Temperaturmessung sollte die Sonde entsprechend lange im Material verbleiben, bis sich der angezeigte Wert stabilisiert.

Zur Ausstattung gehören unter anderem eine 50 cm lange Edelstahl-Messlanze, LCD-Display, Hold- und Durchschnittsfunktion, Zählfunktion sowie eine automatische Displaybeleuchtung. Die Stromversorgung erfolgt über eine 9-V-Blockbatterie.

 

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Getreidefeuchte messen - Fragen?

Unterschiede können durch die Probenahme, die Temperatur, das Messverfahren oder die Kalibrierung entstehen. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten beide Geräte Material aus derselben gut durchmischten Probe untersuchen. Achten Sie auf das passende Produktprogramm und die vorgeschriebenen Messbedingungen. Zeigen sich wiederholt deutliche Abweichungen, empfiehlt sich eine Überprüfung des Geräts.
Das hängt vom Gerät und den vorhandenen Produktprogrammen ab. Für jede Kultur muss eine passende Kalibrierung hinterlegt sein. Auch der zulässige Messbereich kann sich je nach Erntegut unterscheiden. Prüfen Sie deshalb die Geräteanleitung, bevor Sie eine andere Kultur messen. Ein Programm für Weizen lässt sich nicht einfach auf Raps oder Sojabohnen übertragen.
Nein. Die Kornfeuchte ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage, muss aber zusammen mit Temperatur, geplanter Lagerdauer und Zustand der Ware betrachtet werden. Auch Verunreinigungen, Schädlingsbefall und ungleichmäßig feuchte Bereiche können die Lagerung beeinträchtigen. Kontrollieren Sie deshalb neben der Feuchtigkeit regelmäßig die Temperatur und den Zustand des Lagerguts.
Eine Prüfung durch Anfassen oder Zerbeißen der Körner kann höchstens einen groben Eindruck vermitteln. Ein verlässlicher Feuchtewert lässt sich daraus nicht ableiten. Für Entscheidungen über Trocknung, Einlagerung oder Lieferung sollte eine geeignete Feuchtemessung erfolgen – mit einem passenden Gerät oder durch eine Untersuchung der Probe beim Landhandel beziehungsweise im Labor.