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Hühnerstall und Auslauf auf den Winter vorbereiten

Regen, Frost und Schnee stellen Hühnerhalter vor praktische Fragen: Wie bleibt die Einstreu trocken? Wie lässt sich das Trinkwasser vor dem Einfrieren schützen? Und was hilft, wenn der Auslauf vor der Hühnerklappe im Matsch versinkt?

Wer Hühnerstall und Hühnerauslauf winterfest machen möchte, sollte beide Bereiche gemeinsam betrachten. Im Stall brauchen die Tiere trockene Ruheplätze und frische Luft ohne direkte Zugluft. Draußen helfen geschützte Aufenthaltsbereiche und ein gut vorbereiteter Boden.

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Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Dach und Wände gegen eindringenden Niederschlag prüfen.

  • Auch bei Kälte ausreichend lüften.

  • Direkten Wind auf die Schlafplätze vermeiden.

  • Trinkwasser zuverlässig verfügbar halten.

  • Nasse Einstreu und Kot regelmäßig entfernen.

  • Stark beanspruchte Stellen im Auslauf gezielt vorbereiten.

  • Trockene Bereiche zum Scharren und Staubbaden anbieten.

Wie viel Kälte vertragen Hühner?

Gesunde, ausgewachsene Hühner mit vollständigem Gefieder vertragen deutlich niedrigere Temperaturen als ihre Wohlfühltemperatur. Wie gut sie mit Kälte zurechtkommen, hängt unter anderem von Rasse, Gefiederzustand und Haltung ab. Tiere mit lückenhaftem Gefieder sind empfindlicher.

Eine feste Temperaturgrenze für alle Hühner lässt sich deshalb nicht nennen. Beobachten Sie Ihre Tiere und beurteilen Sie die Bedingungen im Stall. In strengen Wintern kann zusätzliche Wärme notwendig werden.

Hühnerstall winterfest machen

Dach, Wände und Türen kontrollieren

Ein winterfester Stall muss Niederschlag zuverlässig abhalten. Prüfen Sie vor längeren Regen- und Frostperioden besonders das Dach und seine Anschlüsse. Eindringendes Wasser sollte an der Ursache gestoppt werden.

Gehen Sie bei der Kontrolle systematisch vor:

  • Dach: Sind Beschädigungen oder undichte Übergänge erkennbar?

  • Wände: Gibt es offene Fugen, durch die Regen oder Wind eindringen?

  • Türen und Hühnerklappen: Schließen sie zuverlässig?

  • Boden: Wo entstehen feuchte Stellen?

  • Schlafplätze: Trifft ein Luftstrom direkt auf die Sitzstangen?

Schließen Sie ungewollte Spalten gezielt. Vorgesehene Lüftungsöffnungen müssen dabei erhalten bleiben.

Lüften, ohne die Tiere direkter Zugluft auszusetzen

Auch im Winter müssen Feuchtigkeit und verbrauchte Luft aus dem Stall entweichen. Ein vollständig verschlossener Stall kann schnell feucht und stickig werden.

Die Luftführung sollte so gestaltet sein, dass frische Luft hineingelangt, ohne dass kalter Wind unmittelbar über die ruhenden Hühner zieht. Dafür müssen Lüftungsöffnungen, Wetterseite und Sitzstangen gemeinsam betrachtet werden.

Beschlagene Fenster, feuchte Oberflächen oder wahrnehmbarer Ammoniakgeruch sind Anlass, Lüftung und Reinigung zu überprüfen.

Wann ist ein Windschutznetz sinnvoll?

Bei größeren, windoffenen Fenstern oder Gittertüren kann ein Windschutznetz helfen, den direkten Windeinfall zu reduzieren. Das Siepmann-Windschutznetz als Meterware ist luft- und lichtdurchlässig und bietet laut etwa 90 Prozent Windbrechung. Das Gewebe ermöglicht dennoch eine Frischluftzufuhr, da es, anders als eine Plane, nicht verschließt. Das Netz kann auch über unseren Windschutzrechner nach Maß konfiguriert werden und lässt sich somit für jeden Stall fertigen. Neben dem Wind hält es auch Regen draußen und sorgt so für besseres Klima im Stall. 

Einstreu trocken halten

Kot, verschüttetes Trinkwasser und eindringender Regen belasten die Einstreu mit Feuchtigkeit. Besonders unter Sitzstangen sammelt sich viel Kot. Regelmäßiges Entfernen unterstützt deshalb das Feuchtigkeitsmanagement.

Für die Stallpflege im Winter bedeutet das:

  • Nasse und stark verschmutzte Stellen entfernen.

  • Tränken auf Undichtigkeiten und sicheren Stand prüfen.

  • Frische Einstreu nach Bedarf ergänzen.

  • Gleichzeitig für ausreichenden Luftaustausch sorgen.

Als saugfähiges Einstreumaterial kommt beispielsweise Leinenstroh infrage. 

Muss der Hühnerstall isoliert werden?

Eine zusätzliche Dämmung ist in der Regel nicht erforderlich. Isolierung kann Wärmeverluste verringern; entscheidend bleiben jedoch trockene Bedingungen, ausreichende Lüftung und Schutz vor direkter Zugluft. Ob eine Dämmung sinnvoll ist, hängt von der Stallkonstruktion, dem Standort und den gehaltenen Tieren ab. Kritisch sind nachträglich eingebaute Verkleidungen mit offenen Fugen und unzugänglichen Hohlräumen: Die Rote Vogelmilbe versteckt sich tagsüber in Ritzen und Spalten. Zusätzliche Verstecke können die Kontrolle, Reinigung und Bekämpfung erschweren. Wer dämmt, sollte deshalb auf glatte, gut zu reinigende Innenflächen, sorgfältig geschlossene Anschlüsse und möglichst wenige unzugängliche Zwischenräume achten. Das Dämmmaterial darf für die Hühner nicht zum Anpicken erreichbar sein. Auch ein gedämmter Stall muss weiterhin ausreichend belüftet werden.

Muss der Hühnerstall beheizt werden?

Ob zusätzliche Wärme erforderlich ist, hängt von den Tieren, der Witterung und der Stallkonstruktion ab. Besonders bei Gefiederverlust oder strengem Frost muss genauer hingesehen werden. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass ein gesundes, gut befiedertes und erwachsenes Huhn von einer Heizung nicht profitiert. Ein merklicher Temperaturunterschied von Stall und Umgebungstemperatur belastet den Körper zusätzlich und sollte daher gut überlegt werden. Hühner rücken nachts im Winter gern auch enger zusammen und wärmen sich gegenseitig. 

Hühnerauslauf winterfest machen

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Matschstellen erkennen und Wasserzufluss reduzieren

Vor der Hühnerklappe, an Durchgängen und unter häufig genutzten Unterständen wird der Boden besonders stark beansprucht. Planen Sie die Wintervorbereitung deshalb von diesen Stellen aus.

Prüfen Sie zunächst:

  • Läuft Wasser vom Stalldach direkt vor die Hühnerklappe?

  • Fließt Wasser aus höher gelegenen Bereichen in den Auslauf?

  • Bilden sich immer wieder dieselben Pfützen?

  • Gibt es trockene Alternativwege und Aufenthaltsplätze?

Eine zusätzliche Bodenschicht hilft nur begrenzt, wenn ständig neues Wasser zufließt. Dachwasser sollte deshalb kontrolliert abgeleitet werden. Bei dauerhaft vernässtem Boden ist eine standortgerechte Lösung für Wasserabfluss und Bodenaufbau erforderlich.

Stark beanspruchte Bereiche gezielt befestigen

Nicht der gesamte Auslauf muss denselben Bodenaufbau erhalten. Häufig lohnt es sich, zunächst den Stalleingang und wichtige Laufwege zu verbessern.

Für eine gezielte Bodenbefestigung können geeignete Paddockplatten infrage kommen. Möglich sind beispielsweise Paddockplatten aus Recycling-Kunststoff, die für Ausläufe und andere stark beanspruchte Flächen vorgesehen sind. Diese Platten werden klassich im Pferdebereich angewandt, können aber auch für Geflügel nützlich sein. Es sollte jedoch nicht die ganze Fläche, vielmehr die am stärksten beanspruchten Stellen damit ausgestattet werden, da Hühner weiter ihrem natürlichen Scharrverhalten nachgehen können sollten. 

Holzhackschnitzel gezielt nutzen

Holzhackschnitzel können im stallnahen Bereich und auf schneebedeckten Wegen die Nutzung des Auslaufs unterstützen. Auch der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen nennt sie als Möglichkeit für den Nahbereich des Stalls.

Sie sind jedoch keine dauerhafte Lösung für einen vernässten Untergrund. Kontrollieren Sie solche Bereiche regelmäßig und entfernen Sie verbrauchtes oder stark verschmutztes Material.

Einen überdachten Aufenthaltsbereich schaffen

 

Ein überdachter Teilbereich bietet einen Platz, an dem Einstreu und Beschäftigungsmaterial vor direktem Niederschlag geschützt werden können. Sinnvoll ist ein Bereich, den die Tiere vom Stall aus gut erreichen.

Für eine geeignete Unterkonstruktion können Planen nach Maß eine mögliche Materiallösung sein. Wir bieten beispielsweise wasserdichte Planen mit wählbarer Konfektionierung an.

Die Eignung als Überdachung hängt von der gesamten Konstruktion ab:

  • Tragfähige Unterkonstruktion und sichere Verankerung

  • Gefälle für den Wasserablauf

  • Keine Wassersäcke

  • Für Wind- und Schneelasten geeignete Ausführung

  • Wasserablauf außerhalb der geschützten Fläche

 

Windgeschützte Bereiche erhalten

Ein seitlicher Windschutz kann exponierte Aufenthaltsbereiche angenehmer machen. Dafür kommt je nach Standort beispielsweise ein Windschutznetz infrage.

Verkleiden Sie den Auslauf nicht pauschal rundherum. Überlegen Sie, aus welcher Richtung die Hauptbelastung durch Wind und Niederschlag kommt und wo ein geschützter Bereich entstehen soll. 

Staubbad und Beschäftigung vor Nässe schützen

 

Im Winter verbringen Hühner bei ungünstiger Witterung mehr Zeit in geschützten Bereichen. Dort sollten sie weiterhin scharren, picken und ein trockenes Staubbad nutzen können. Beschäftigung ist besonders wichtig, wenn die nutzbare Fläche zeitweise kleiner wird.

Platzieren Sie das Staubbad unter einem geeigneten Dach und kontrollieren Sie, ob Schlagregen oder ablaufendes Wasser hineingelangen.

Anregungen zur Beschäftigung finden Sie im Ratgeber zum „Hühnerspielzeug“.

Trinkwasser im Winter frostfrei halten

Unabhängig davon, ob die Tränke im Stall oder im geschützten Außenbereich steht: Das Wasser muss für die Hühner erreichbar bleiben. Eine vereiste Trinkrinne unterbricht die Versorgung auch dann, wenn sich im Behälter noch flüssiges Wasser befindet.

Eine ausreichende Wasserversorgung ist zudem für die Futteraufnahme wichtig.

Futterversorgung bei Kälte im Blick behalten

Bei Kälte steigt der Energiebedarf. Achten Sie deshalb darauf, dass alle Tiere ausreichend geeignetes Futter aufnehmen können. Grundlage bleibt eine ausgewogene, zur Tiergruppe passende Ration. Größere Änderungen der Zusammensetzung sollten fachlich abgestimmt werden.

Kontrollieren Sie neben dem Futtervorrat auch die Zugänglichkeit der Futterstellen und den Zustand der Tiere.

Kurz & Knapp: kontrollieren vor dem Wintereinbruch