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Silosäcke richtig befüllen, platzieren und befestigen

Silosäcke halten Folien und Schutzgitter dort, wo sie gebraucht werden: an den Rändern, an Übergängen und in Querreihen über der abgedeckten Fläche. Entscheidend ist jedoch nicht allein ihr Gewicht. Erst die passende Füllung, ein sicherer Verschluss und eine durchdachte Anordnung sorgen dafür, dass die Säcke flexibel aufliegen und die Abdeckung zuverlässig beschweren.

Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei der Auswahl, Befüllung, Platzierung und Befestigung von Silosäcken ankommt.

 

silo skizze sacke

Welche Aufgabe übernehmen Silosäcke?

Silosäcke dienen vor allem zur Beschwerung von Siloabdeckungen und Siloschutzgittern. Durch ihr längliches, flexibles Format lassen sie sich zu geschlossenen Reihen zusammenlegen. Dadurch wird die Abdeckung nicht nur punktuell belastet, sondern entlang zusammenhängender Linien angelegt.

Richtig eingesetzt erfüllen sie drei Aufgaben:

  • Sie halten Folien und Schutzgitter möglichst ruhig auf der Oberfläche.
  • Sie beschweren Rand-, Übergangs- und Anschlussbereiche.
  • Sie ermöglichen Querbarrieren, die einzelne Bereiche der Abdeckung voneinander abgrenzen.

Silosäcke ersetzen allerdings weder eine fachgerecht verlegte Silofolie noch ein geeignetes Siloschutzgitter. Beschädigte Folien, offene Überlappungen oder ungesicherte Randbereiche müssen unabhängig von der Beschwerung behoben werden.

 

Welcher Silosack passt zum Arbeitsablauf?

Bei der Auswahl geht es weniger um ein grundsätzlich „besseres“ Modell als um den bevorzugten Verschluss und die betriebliche Handhabung.

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Silosack mit Zugband

Der Silosack mit Zugband besitzt einen integrierten textilen Verschluss. Zusätzlich erleichtern Handgriff und Trageschlaufen das Transportieren und Positionieren.

Diese Ausführung eignet sich besonders, wenn kein separates Verschlussmaterial verwendet werden soll oder die Säcke später erneut geöffnet werden sollen.

 

Silosack mit Bindedraht

Der Silosack mit Bindedraht wird nach dem Befüllen mit dem beiliegenden Draht verschlossen. Für größere Stückzahlen kann ein Drillapparat das gleichmäßige Verdrillen erleichtern.

Diese Variante bietet sich an, wenn Bindedraht bereits zum üblichen Arbeitsablauf des Betriebs gehört.

 

Womit werden Silosäcke befüllt?

Für die angebotenen Silosäcke wird Rundkies mit einer Körnung von etwa 3 bis 4 mm empfohlen. Die kleine, abgerundete Körnung verteilt sich gleichmäßig und beansprucht das Gewebe weniger als scharfkantiges Material.

Das Füllmaterial sollte:

  • sauber und möglichst trocken sein,
  • eine gleichmäßige Körnung besitzen,
  • frei von scharfkantigen Fremdkörpern sein,
  • nicht verklumpt oder mit organischem Material vermischt sein.

Sehr scharfkantiger Splitt oder ungeprüftes Material kann das Gewebe unnötig belasten. Gleichzeitig können harte Kanten die darunterliegende Abdeckung gefährden.

 

Wie voll sollte ein Silosack sein?

Ein Silosack sollte höchstens bis ungefähr drei Viertel seines Volumens gefüllt werden. Das Ziel ist nicht ein möglichst harter oder maximal schwerer Sack. Er muss beweglich bleiben und sich der Oberfläche anpassen können.

Ein zu schwach gefüllter Sack besitzt möglicherweise nicht genügend Gewicht und liegt unruhig. Ein überfüllter Sack wird dagegen steif, rund und lässt sich schlechter zu einer geschlossenen Reihe anlegen.

 

silosack fullstand

Der mittlere Sack ist optimal gefüllt, während der linke zu wenig und der rechte Sack zu viel Füllung beinhakten.

Silosäcke Schritt für Schritt befüllen

1. Arbeitsplatz vorbereiten

Rundkies, Schaufel oder Einfüllhilfe, leere Säcke und das benötigte Verschlussmaterial sollten griffbereit bereitliegen. Ein stabiler und aufgeräumter Füllplatz erleichtert gleichmäßiges Arbeiten.

2. Leeren Sack kontrollieren

Vor dem Befüllen werden Gewebe, Nähte, Handgriff und Verschluss geprüft. Säcke mit beschädigten Nähten oder eingerissenem Gewebe sollten nicht mehr befüllt werden.

3. Rundkies dosiert einfüllen

Der Sack wird aufrecht gehalten und portionsweise mit Rundkies befüllt. Eine Einfüllhilfe kann verhindern, dass Kies in den Verschlussbereich gelangt.

4. Bei ungefähr drei Vierteln stoppen

Im oberen beziehungsweise unteren Verschlussbereich muss ausreichend ungefülltes Material verbleiben. Der Sack soll auch nach dem Verschließen noch flexibel sein.

5. Sack sicher verschließen

Je nach Ausführung wird das Zugband vollständig zusammengezogen oder die Sacköffnung mit Bindedraht zusammengefasst.

6. Ergebnis kontrollieren

Der geschlossene Sack wird kurz am Griff angehoben. Dabei darf kein Füllmaterial austreten. Anschließend wird geprüft, ob er flach aufliegt und ausreichend formbar bleibt.

Zugband richtig schließen

Beim Silosack mit Zugband sollte der Verschlussbereich frei von Rundkies sein. Das Band wird vollständig zusammengezogen und so gesichert, dass sich die Öffnung bei Transport und Nutzung nicht wieder lösen kann.

Lose Bandenden sollten nicht unter Spannung über die Abdeckung gezogen werden. Nach dem Verschließen empfiehlt sich eine kurze Sicht- und Hebekontrolle.

Silosack mit Bindedraht schließen

Für den Drahtverschluss wird die Sacköffnung zunächst sauber zusammengefasst. Anschließend wird der Bindedraht um den Verschlussbereich gelegt und kontrolliert verdrillt.

Dabei ist besonders darauf zu achten, dass:

  • der Draht ausreichend fest sitzt,
  • die Sacköffnung vollständig geschlossen ist,
  • keine langen oder scharfen Drahtenden abstehen,
  • der Draht nicht unmittelbar gegen Folie oder Schutzgitter drückt.

Bei regelmäßigem Verschließen größerer Mengen kann ein Drillapparat den Arbeitsablauf vereinfachen. Das Gerät ist eine Arbeitshilfe; der passende Draht wird separat benötigt beziehungsweise liegt der entsprechenden Sackausführung bei.

 

Silosäcke richtig auf dem Fahrsilo platzieren

Die Säcke sollten nicht wahllos auf der Fläche verteilt werden. Ihre Wirkung entsteht vor allem durch geschlossene Linien und gleichmäßig gesicherte Bereiche.

Besonders wichtig sind:

  • die beiden Längsränder,
  • der hintere Abschluss,
  • Überlappungen und Übergänge,
  • der Bereich an der Anschnittfläche,
  • geplante Querreihen über die gesamte Silobreite.

Die Säcke werden möglichst dicht aneinandergelegt. Größere Lücken unterbrechen die Beschwerungslinie und können dazu führen, dass sich die Abdeckung zwischen den Gewichten stärker bewegt.

 

silo querschnitt

Randbereiche

An den äußeren Rändern helfen durchgehende Sackreihen dabei, Folie und Schutzgitter anzulegen. Ecken und Übergänge sollten dabei besonders sorgfältig kontrolliert werden.

Anschnittbereich

Der Bereich an der Anschnittfläche ist besonders sensibel. Hier sollte die Querbarriere über die gesamte Breite geschlossen sein und bis an die Seitenbereiche anschließen.

Bei der Entnahme wird die Abdeckung nur so weit geöffnet, wie es für den aktuellen Arbeitsabschnitt erforderlich ist. Die verbleibende Beschwerung darf dabei nicht unkontrolliert entfernt werden.

Querreihen

Zusätzliche Querreihen teilen die abgedeckte Fläche in einzelne Abschnitte. Wie viele Reihen erforderlich sind und welche Abstände passen, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Länge und Breite des Silos,
  • Form der Oberfläche,
  • eingesetztem Folien- und Schutzsystem,
  • Windlage des Standorts,
  • betrieblichem Vorschub bei der Entnahme,
  • Vorgaben des jeweiligen Systemherstellers.

Eine allgemeingültige Abstandsangabe für jede Anlage wäre daher nicht sinnvoll. Die Querreihen sollten jedoch jeweils vollständig von einer Seite bis zur anderen geführt werden.

 

Silosäcke und Siloschutzgitter als System

Das Siloschutzgitter schützt die darunterliegende Folie vor mechanischen Beschädigungen, beispielsweise durch Tiere, Wind oder äußere Einwirkungen. Die Silosäcke halten das Gitter und die Folienlagen in Position.

Ein typischer Aufbau besteht – abhängig vom verwendeten System – aus:

  1. Siliergut,
  2. Unterziehfolie beziehungsweise weiteren vorgesehenen Folienlagen,
  3. eigentlicher Silofolie,
  4. Siloschutzgitter,
  5. Silosäcken zur Rand- und Flächenbeschwerung.

Die konkrete Zusammenstellung richtet sich nach der Siloanlage und dem gewählten Abdecksystem.

 

siloschutz system

Wie viele Silosäcke werden benötigt?

Die benötigte Stückzahl lässt sich besser über die zu beschwerenden Laufmeter als über die reine Quadratmeterzahl bestimmen.

Dafür werden folgende Strecken addiert:

  • beide Längsränder,
  • hinterer Abschluss,
  • Querbarriere an der Anschnittfläche,
  • weitere geplante Querreihen,
  • zusätzliche Übergänge und kritische Bereiche.

Anschließend wird die gesamte Strecke durch die wirksame Länge eines gefüllten Sackes geteilt.

Planungsformel:

Benötigte Sackzahl = gesamte zu belegende Laufmeter ÷ wirksame Länge des gefüllten Sackes

Die wirksame Länge sollte am befüllten und flach liegenden Sack gemessen werden. Das aufgedruckte beziehungsweise angegebene Nennmaß des leeren Sackes entspricht nicht zwangsläufig der später vollständig nutzbaren Auflagelänge.

Zusätzlich empfiehlt sich eine Reserve für beschädigte Säcke, Ecken, Übergänge und spätere Korrekturen.

 

 

Silosäcke an Schutzvliesen befestigen

silosacke an vlies

Bei Schutzvliesen für Silage-, Heu- oder Strohballen können Silosäcke nicht nur aufgelegt, sondern gezielt eingehängt werden. Dafür eignet sich das FixTex-System.

Das einseitig haftende FixTex-Klettband wird an den vorgesehenen Fixierpunkten des geeigneten Schutzvlieses angebracht. Anschließend werden FixTex-Silosack-Karabiner am Klettband befestigt. Die gefüllten Silosäcke lassen sich danach in die Karabiner einhängen.

Der Vorteil: Zum saisonalen Abnehmen müssen die Klettstreifen nicht jedes Mal vom Vlies gelöst werden. Stattdessen werden die Säcke über die Karabiner ein- und ausgehängt.

Das Siloabdeckungs-Set mit FixTex enthält:

  • 50 Silosäcke mit Zugband in 25 × 100 cm,
  • zwei Rollen FixTex-Klettband mit jeweils 25 m Länge,
  • insgesamt 50 FixTex-Silosack-Karabiner.

Wichtig: Das FixTex-System ist eine Befestigungslösung für geeignete Schutzvliese. Bei einer klassischen Fahrsiloabdeckung werden die Säcke in der Regel als zusammenhängende Beschwerungsreihen auf dem Schutzgitter platziert.

 

Quick’n Fix: Silosäcke gegen Abrutschen sichern

Auf geneigten Silohaufen können einzeln aufgelegte Säcke verrutschen oder ihre vorgesehene Position verlieren. Die Silosack-Befestigung Quick’n Fix verbindet mehrere Silosäcke zu einer zusammenhängenden Querbarriere.

Das System besteht aus einer durchgehenden Befestigung mit stabilen Metallhaken. In diese werden die Haltegriffe geeigneter Silosäcke eingehängt. Dadurch bleiben die Säcke entlang der vorgesehenen Linie angeordnet und können sich dennoch flexibel an die Form des Silohaufens anpassen. Quick’n Fix eignet sich insbesondere für Querbarrieren auf geneigten Flächen und für die flexible Abdichtung am Siloanschnitt.

Die Befestigung ist in zwei Längen erhältlich:

  • 4,30 m: fünf Metallhaken und ein Verbindungshaken
  • 10,30 m: elf Metallhaken und ein Verbindungshaken

Die Silosäcke gehören nicht zum Lieferumfang. Benötigt werden passende Säcke mit einem Haltegriff in der Auflagestulpe, der sicher in die Metallhaken eingehängt werden kann.

Abgrenzung zu FixTex: Quick’n Fix verbindet Silosäcke zu einer gesicherten Querbarriere auf dem Silohaufen. FixTex dient dagegen dazu, einzelne Silosäcke über Klettband und Karabiner unmittelbar an einem geeigneten Schutzvlies zu befestigen.

 

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Kontrolle während der Nutzung

Nach starkem Wind, Unwetter oder auffälligen Veränderungen sollte die Abdeckung kontrolliert werden. Dabei ist insbesondere auf verschobene Säcke, entstandene Lücken, beschädigte Verschlüsse und angehobene Randbereiche zu achten.

Kontrollen dürfen nur unter sicheren Bedingungen durchgeführt werden. Nasse oder vereiste Folien und Schutzgitter können sehr rutschig sein. Auch an der Anschnittfläche besteht Absturzgefahr.

Beim Öffnen des Silos sollten Folie und Schutzgitter kontrolliert zurückgenommen werden. Die Fachinformation „Sicherheit an Fahrsiloanlagen“ des Biogas Forum Bayern empfiehlt an der Anschnittkante einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern.

 

Silosäcke nach der Saison lagern

Silosäcke sind für den wiederkehrenden Einsatz vorgesehen. Nach dem Abräumen werden sie auf Schäden geprüft und von groben Verschmutzungen befreit.

Für die Lagerung gilt:

  • Säcke möglichst sauber und trocken einlagern.
  • Beschädigte Exemplare getrennt aussortieren.
  • Zugbänder, Griffe und Drahtverschlüsse kontrollieren.
  • Säcke geordnet stapeln und nicht über scharfe Kanten ziehen.
  • Bestand und Reserve vor der nächsten Saison überprüfen.

Säcke, aus denen Füllmaterial austritt oder deren Gewebe deutlich beschädigt ist, sollten nicht erneut auf einer empfindlichen Abdeckung eingesetzt werden.

 

Fazit: Entscheidend ist die geschlossene Linie

Ein guter Silosack muss nicht möglichst hart oder maximal gefüllt sein. Er muss sich der Abdeckung anpassen, sicher geschlossen bleiben und gemeinsam mit den benachbarten Säcken eine möglichst durchgehende Beschwerung bilden.

Für einen zuverlässigen Einsatz sind daher drei Punkte entscheidend:

  1. mit geeignetem Rundkies und nur bis ungefähr drei Viertel befüllen,
  2. Verschluss und Sackzustand vor dem Einsatz kontrollieren,
  3. Randbereiche, Anschnitt und Querreihen planvoll und ohne größere Lücken anlegen.

So werden Silosäcke nicht zu einzelnen Gewichten auf der Fläche, sondern zu einem funktionierenden Bestandteil des gesamten Abdecksystems.