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Die kleine Welt der Hühner - frische Eier und viel Freude mit den Geflügeln

Hobbyfarming

Was in vielen landwirtschaftlichen Betrieben Gang und Gebe ist, hält nun auch in vielen Privathaushalten Einzug - die Haltung und auch die Zucht von Geflügel.

Hühner finden ihr neues Zuhause im städtischen Umfeld, um als lokaler Lieferant für Bioeier zu fungieren. Hier wird aber nicht nur das meistbekannte Legehuhn gehalten, sondern auch Zierrassen, welche zusätzlich zum Hobby auch als Eierlieferant dienen, wie beispielsweise Seidenhühner und Zwerg-Wyandotten u.v.m.
Hierbei können Sie aus einer Vielzahl unterschiedlicher Rassen, der Größe der Hühner und Farbe der Eier wählen.

Allen Varianten haben eines gemeinsam: es werden die gleichen Produkte für die Haltung und Zucht benötigt. Wir sprechen von Ställen, Trögen oder Automaten zur Fütterung, Tränken, Hygieneartikel u.v.m. Alle Bedarfsartikel finden Sie hier in unserem Onlineshop oder Katalog!


Das sollten Sie als Anfänger bei der Hühnerhaltung beachten

Starten Sie mit wenigen Hühnern

Um sich langsam an die Hühnerhaltung heranzutasten, sollten Sie nicht gleich mit einer großen Hühnerschar durchstarten, sondern mit nur wenigen Hennen beginnen. Vorallem weil Sie eine kleine Schar besser unter Kontrolle haben.

Wenn Sie bemerken, dass Ihnen die Hühnerhaltung viel Spaß bereitet und dass Sie auch mehr Zeit investieren möchten, können Sie immer noch weitere Hennen hinzukaufen.

Kann man verschiedene Rassen miteinander halten?

Die meisten Hühnerrassen für Anfänger werden sich vertragen, sodass das Mischen kein Problem darstellt.
Jedoch ist es wichtig, dass Sie die Hennen nach dem Zusammenbringen einige Zeit beobachten. Hierdurch stellen Sie sicher, dass diese sich vertragen und dass Sie sie bedenklos alleinlassen können.
Beginnen die Hennen, sich zu hacken oder in anderer Weise zu verletzen, sollten Sie sie trennen. Dies wird bei Hühnerrassen für Anfänger jedoch nur selten, wenn überhaupt, vorkommen.
Beobachten Sie jedoch Ihre Hühner, nach kurzer Zeit ist eine Hackordnung zu erkennen.

Die richtige Ernährung und Versorgung
Als verantwortungsbewusster Hühnerhalter möchte man seine Hühner natürlich gesund und richtig ernähren. Wer jedoch meint das sich das "richtig" nur auf die Auswahl einer geeigneten Futtersorte bezieht, der muss an dieser Stelle enttäuscht werden. Eine richtige Ernährung umfasst viel mehr, bei der auf die Situation abgestimmten Ernährung über die Menge der Nahrung, die dem Huhn zur Verfügung steht uvm.

Vögel haben ein spezielles Verdauungssystem

Sie sollten wissen, dass Vögel ein anderes Verdauungssytem haben, wenn Sie Ihre Hühner angemessern ernähren wollen.

Der Weg des Verdauungskanals ist relativ kurz. Durch einen sehr intensiven Stoffwechsel, verarbeiten Vögel die aufgenommene Nahrung in kürzester Zeit.
Beim Huhn wie auch bei anderen Vogelarten besteht der Magen aus einem vorderen Drüsenmagen und einem hinteren Muskelmagen, der auch Kaumagen genannt wird. Im Drüsenmagen werden mit dem Magensaft Enzyme und Salzsäure abgegeben, die für den Aufschluss der Nahrung sorgen und keimabtötende Wirkung haben. Der Muskelmagen des Vogels zerkleinert das Futter mechanisch und erfüllt damit die Funktion der Zähne des Säugetiers. Eine Reibeplatte sorgt gemeinsam mit kleinen Steinen durch die Mahlbewegung des Magens dafür, dass die Nahrung zerkleinert wird. Die Steine werden vom Vogel aufgenommen. Sie werden als Gastrolithen oder Grit bezeichnet.

Was fressen Hühner?

Für die Gesundheit Ihrer Hühner und die Qualität der Eier ist das richtige Futter von großer Bedeutung. In der freien Natur sind Hühner scharrend und pickend unterwegs. Dabei nehmen sie Samenkörner, Grünfutter, kleine Insekten, Würmer und Beeren auf. Meistens können sich Haushühner in ihrem Freilauf nicht ausreichend mit diesem Futter versorgen, sodass sie zusätzlich gefüttert werden müssen. Achten Sie daher darauf, dass die Hühner mit den wichtigen Nährstoffen im Futter, genügend versorgt werden.

Wenn Sie Ihre Hühner einseitig ernähren, birgt das die Gefahr einer nicht ausgewogenen Ernährung. Fehlen Nährstoffe, treten Mangelerscheinungen auf, die Sie unbedingt vermeiden müssen. Getreidelastiges Hühnerfutter können Sie zum Beispiel mit Legemehl als Zusatzfutter aufwerten.

Die Basis des Hühnerfutters stellen Körner dar. Hühner fressen Weizen, Mais, Gerste, Hafer und Roggen. Auch gekeimtes Getreide können Sie an Ihr Geflügel verfüttern. Die Sprossen enthalten viele Vitamine und Linolensäure sowie Stärke und Zucker. Als Weichfutter können Sie Ihren Tieren gekochte Kartoffeln, Kartoffelschalen, gekochte Nudeln oder gekochten Reis anbieten. Das Weichfutter sollte schnell verzehrt werden, damit es nicht schlecht wird oder bei der Hühner Fütterung im Winter nicht gefriert. Grünfutter wie Gras, Klee, Luzerne oder Brennnessel wird ebenfalls gerne von den Hühnern verzehrt.

Die Wasserversorgung ist ebenfalls sehr wichtig

Ein Huhn trinkt am Tag um die 300 ml Wasser, daher sollte immer frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Zu beachten dabei ist, sind die Jahreszeiten. Im Winter darf es nicht gefrieren und im Sommer nicht verdunsten.

So viel Platz wird pro Huhn benötigt:
Längstrog - 10 cm Kantenlänge pro Huhn
Rundtrog - 4 cm Kantenlänge pro Huhn

Picksteine für das Wohl der Tiere

Picksteine unterstützen einen gesunden Stoffwechsel und fördern das Ausleben des arteigenen Verhaltens (Picken, Schnabelwetzen, Nahrungssuche). Sie enthalten lebensnotwendige Salze und Mineralien und fördern somit den Knochenaufbau und die Befiederung.

Weitere postive Eigenschaften:

  • beugt dem Auftreten von Federpicken vor
  • ermöglicht das Ausleben des arteigenen Pickverhaltens bei der Nahrungssuche und -aufnahme
  • vermindert stressauslösende Interaktionen zwischen den Tieren
  • befriedigt das individuelle Bedürfnis nach Aufnahme von Mineralstoffen
  • unterstützt die natüriche Schnabelabnutzung durch die gute Abriebwirkung der mineralischen Bestandteile

Hühnerheim richtig aufbauen

Einrichtung

Sobald der Hühnerstall gebaut ist, geht es an die Einrichtung des Stalles. Da die Hühner, teilweise in den Wintermonaten ihre Zeit im Stall verbringen, ist die Inneneinrichtung wesentlich. Um ihren natürlichen Trieben nachgehen zu können, sollte der Hühnerstall eine Einstreu aus Spähnen oder Sand eingebaut werden. Auf Stroh als Einstreu sollte verzichtet werden, da Milben die hohen Halme als Verstecke nutzen können. Darin können sie ausgiebig scharren und im Sand baden oder im Silikatstaub, was für die Körperpflege sehr wichtig ist, außerdem hilft es im Kampf gegen Milben und Federlinge. Der Silikatstaub oder Sand wird in eine flache Wanne gefült und in einer Ecke untergebracht (nicht unter den Sitzstangen).

Sobald es dunkel wird suchen sich die Hühner einen erhöhten Platz, an dem sie schlafen können. Von Vorteil sind Sitzstangen in einer Höhe von 50 - 80 cm. Bei schweren Hühnern sollten die Stangen allerdings eher niedrig angebracht werden. Die Sitzstangen sollten alle in einer gleichen Höhe montiert werden.
Es ist empfehlenswert unter den Stangen ein Kotbrett anzubringen, da die Hühner dort häufig koten und somit das Einstreu länger erhalten und sauber bleibt.

Anforderungen an Sitzstangen für Legehennen

  • Abstand der ersten Sitzstange zur Wand = 20 cm
  • Platzbedarf je Legehenne auf der Sitzstange mindestens 15 cm
  • Bei Anbringung der Sitzstangen auf gleicher Höhe und mindestens 30 cm Abstand zwischen den Sitzstangen


Hühnerzaun

Für die artgerechte Haltung von Hühnern ist neben einem Stall natürlich auch ein entsprechender Außenbereich nötig. Je nach Rasse sollte ein angemessenes Außengehege gebaut werden. Bei Fleischhühnern wird durch ihre Flugunlust ein ca. 1 m hoher Zaun genügen. Bei den mittelschweren und flugfreudigen schweren Hühnerrassen reicht in der Regel eine Zaunhöhe von rund ca 170 cm, um die Hühnerschar an ihrem Platz zu halten.
Der Auslauf sollte so gesichert sein, dass Raubwild wie Fuchs und Marder keine Chance haben einzudringen.


Legenester
bilden einen definierten Platz, an dem die Hühner ihr Ei legen können. Meist werden sie in einer Höhe von 50 cm angebracht. Die Größe der Legenester ist von der Rasse des Huhns abhängig.

Dabei zu beachten ist zum einen, dass die Legenester nicht höher als die Sitzstangen montiert werden, da sie sonst als Aufenthaltsort für die Nacht verwendet werden können.

Es ist praktischer die Legenester in der Nähe der Tür anzubringen, um besser die Eier einzusammeln zu können oder die Nester in einer dunklen, ruhigen Ecke des Stalles zu platzieren.

Maße für Einzelnest

Öffnung: Breite 280 mm x Höhe 215 mm
Innen-Maße: Breite 280 mm x Höhe 260 mm x Tiefe 380 mm
Gewicht: etwa 15 kg

Allgemeine Maßnahmen zur Vorbeugung und Eindämmung eines Milbenbefalls
  • Für eine gute Stallbelüftung sorgen – warme, stickige Luft und eine hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden
  • Glatte Oberflächen im Stall und für die Einrichtung verwenden – nach Möglichkeit kein raues Holz verwenden
  • Ecken, Ritzen und Spalten versiegeln, um den Milben keine Versteckmöglichkeiten zu bieten
  • Kein Heu oder Stroh als Einstreu verwenden – besser Holzspäne oder Sand
  • Sandbad anbieten und regelmäßig den Sand erneuern
  • Kotbrett und Sitzstangen, sowie den Bereich hinter und in den Nestern regelmäßig auf Milbenbefall überprüfen
  • Regelmäßig die Tiere auf Milbenbefall überprüfen – vor allem unter den Flügeln und um die Kloake
Hühnermilben richtig bekämpfen
Milben effektiv bekämpfen mit Sprühkonzentraten!
  • Tiere, Eier, Futter- und Wasserbehälter aus dem Stalöl entfernen
  • Stall vor der Anwendung NICHT reinigen, Einstreu NICHT entfernen
  • Schutzkleidung tragen
  • den gesamten Stall mit der Spritzbrühe einsprühen, besonders im Bereich der Nester und Sitzstangen
  • Türen und Fenster schließen, mindestens 2 Stunden einwirken lassen
  • gut lüften, wenn alles abgetrocknet ist, können die Tiere zurück in den Stall
  • Behandlung nach 5 - 7 Tagen wiederholen; bei Bedarf auch erneut wiederholen
Milben bekämpfen mit der Hilfe der Natur!
Milbenbekämpfung ohne Gift mit Produkten mit natürlicher Wirkung!

Für den erfolgreichen Einsatz von natürlichen Mitteln zur Milbenbekämpfung ist eine gute Stallhygiene unumgänglich. Dies bedeutet regelmäßiges Misten, sowie die Reinigung der Sitzstangen und des Kotbrettes. Auch die Ecken, Kanten und Ritzen im Stall sollten gereinigt und besten Falls versiegelt werden um den Milben keine Versteckmöglichkeiten zu bieten.Sind diese Voraussetzungen geschaffen, können Sie mit der Anwendung der natürlichen Milbenbekämpfungsmittel beginnen und einer erfolgreichen Behandlung steht nichts mehr im Wege!